Tag 2 | 02.08.2026 | Borehamwood (London)

Sonntag, 2. August 2026

Endlich in Großbritannien!

Nach einer ruhigen Nacht in Calais begann unser zweiter Reisetag mit einem liebevoll zubereiteten Frühstück unserer Gastgeberin. Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Fährhafen. Das Auto stand sicher in der Garage und schon bald reihten wir uns in die Warteschlange zur Grenzkontrolle ein.

Die Einreise verlief völlig unkompliziert. An der französischen Kontrolle begrüßte uns sogar ein deutscher Bundespolizist. Auch der britische Grenzbeamte war ausgesprochen freundlich. Er schaute sich unsere Liste mit den Unterkünften an, lächelte und meinte, dass wir uns wirklich schöne Reiseziele ausgesucht hätten. Ein netterer Start in unser Großbritannien-Abenteuer war kaum möglich.

Während wir auf die Fähre warteten, fielen uns zahlreiche außergewöhnliche Fahrzeuge einer Scotland Rally auf. Vollgepackte Minis, kreative Umbauten und gut gelaunte Teilnehmer sorgten schon vor der Überfahrt für beste Unterhaltung.

Die Fährüberfahrt verlief angenehm ruhig und schon wenig später rollten wir in Dover von Bord. Das erste Mal Linksverkehr! Ehrlich gesagt hatten wir vorher schon etwas Respekt davor. Doch Jens meisterte die ersten Kilometer mit beeindruckender Ruhe. Er meinte zwar, dass man sich gut konzentrieren müsse, für mich sah es aber so aus, als wäre er nie anders gefahren.

Am Nachmittag ging es mit dem Zug nach London. Besonders begeistert hat mich der Regent's Canal mit seinen bunten Hausbooten. Mitten in der Großstadt wirkte alles plötzlich ruhig und entspannt. Auch das kostenlose Open-Air-Kino direkt am Wasser fanden wir richtig schön. Solche Orte entdeckt man wahrscheinlich nur, wenn man sich einfach treiben lässt.

Natürlich durfte auch die Tower Bridge nicht fehlen. Sie live zu sehen, war schon etwas Besonderes. Überhaupt hat uns London sofort beeindruckt. Die Mischung aus historischen Bauwerken und moderner Architektur hat ihren ganz eigenen Reiz. Das eigentliche Zentrum werden wir zwar erst morgen erkunden, aber dieser erste Eindruck war schon großartig.

Zwischendurch holten wir uns in einem Supermarkt noch etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zum Knabbern. Damit setzten wir uns einfach auf eine Bank und beobachteten das bunte Treiben. Genau solche kleinen Pausen gehören für uns genauso zu einer Reise wie die großen Sehenswürdigkeiten.

Besonders schön fanden wir wieder die Hilfsbereitschaft der Menschen. Auf der Tower Bridge bot uns völlig selbstverständlich jemand an, ein gemeinsames Foto von uns zu machen. Natürlich machten wir anschließend auch eins von ihm. Solche kleinen Begegnungen bleiben oft länger in Erinnerung als manches berühmte Bauwerk.

Unser erstes Fish and Chips in England konnten uns allerdings nicht überzeugen. Es war sehr fettig und vom Fisch selbst schmeckten wir leider kaum etwas. Das war wohl eher eine Erfahrung als ein kulinarisches Highlight.

Ein echtes Plus ist dagegen der öffentliche Nahverkehr. Einfach mit der Kreditkarte ein- und auschecken, ganz ohne Ticketkauf. Bequemer geht es wirklich kaum.

Zum Abschluss des Tages passierte uns dann doch noch ein kleines Missgeschick. Nach unserem Besuch an der Tower Bridge stiegen wir in einen Thameslink-Zug. Eigentlich hätten wir nach wenigen Stationen umsteigen müssen. Das verpassten wir allerdings und blieben einfach sitzen. So landeten wir schließlich in Stevenage statt in Borehamwood. Also ging es erst wieder zurück nach London King's Cross und anschließend mit dem richtigen Zug zum Hotel. Trotz dieser ungeplanten Extrarunde blieb unsere gute Laune erhalten. Irgendwie gehört so etwas zu einem Roadtrip einfach dazu.

Als wir schließlich spät am Abend im Hotel ankamen, waren wir völlig erledigt. Viele Schritte steckten uns ordentlich in den Beinen und unsere Füße wussten ganz genau, was sie heute geleistet hatten. Trotzdem waren wir uns einig: Es war ein wunderschöner erster Tag in Großbritannien.