Kramermarkt. Irgendwie vertraut. 🎡

Ich könnte euch jetzt erzählen, seit wann es den Oldenburger Kramermarkt gibt, wie groß er ist und wie viele Menschen jedes Jahr darüberlaufen. Aber dafür gibt es Menschen, die das viel besser können. Wer Zahlen, Geschichte und Wissenswertes sucht, findet das alles bei der Stadt Oldenburg.

(Externer Link zur Stadt Oldenburg, zuletzt geprüft am 4. Oktober 2026.)

Ich möchte euch lieber erzählen, was der Kramermarkt für mich ist.

Wenn ich an den Kramermarkt meiner Kindheit denke, sehe ich zuerst dunkle Baumriesen. Und dazwischen dieses bunte Leuchten. Irgendwie geheimnisvoll, aufregend und einfach besonders. Noch heute ist genau das mein Bild, wenn ich an früher denke.

Und ich denke an meinen Papa. Mit ihm gehörte die Losbude unbedingt dazu und erstaunlicherweise ging ich ziemlich oft mit einem Hauptgewinn nach Hause. An ein riesiges Nilpferd kann ich mich bis heute erinnern. Ich war übrigens lange überzeugt davon, dass Papa den Losverkäufer heimlich bestochen hat. Ich habe ihn heute Morgen noch einmal gefragt. Er schwört, dass da nichts gelaufen ist. Seine Erklärung ist wesentlich einfacher: Er hat einfach wahnsinnig viel Geld für Lose ausgegeben. 😂

Später kamen die Fahrgeschäfte. Damals konnte es mir gar nicht wild genug sein. Bis zu einem etwas zu intensiven Erlebnis im Top Spin mit ungefähr 17. Seitdem hat sich das Thema ziemlich erledigt. Heute wird mir schon beim Zuschauen manchmal ganz anders. Der Kesseltanz erinnerte mich heute zum Beispiel sofort an das Round Up von früher und daran, wie großartig ich solche Fahrgeschäfte einmal fand.

Und dann kamen dort zwei kleine Mädchen heraus, die sich riesig über ihre Fahrt freuten. Genau diese unverfälschte Begeisterung kannte ich plötzlich wieder. Nicht weil ich sie heute noch selbst habe, sondern weil ich wusste: Genauso hat sich das damals für mich angefühlt.

Ähnlich ist es mit den Jugendlichen, die heute an den Fahrgeschäften stehen. Man ertappt sich als Erwachsener schnell dabei, ein wenig zu schmunzeln. Und dann fällt mir ein: Wir waren keinen Deut anders. Wir standen damals am Musikexpress, fanden das ziemlich cool und wahrscheinlich standen irgendwo Erwachsene, die über uns genauso geschmunzelt haben. Nur irgendwann wechselt man unbemerkt die Seite.

Heute brauche ich den Kramermarkt nicht mehr so wie früher. Wir gehen eine Runde, schauen, essen eine Kleinigkeit und irgendwann ist es auch gut. Selbst mein früher obligatorisches Sahneeis konnte mich heute nicht locken. 😄

Und trotzdem war da schon auf dem Fahrrad, als wir von der alten Eisenbahnbrücke das beleuchtete Riesenrad sahen, dieses schwer erklärbare vertraute Gefühl.

Vielleicht ist es genau das: Manche Dinge braucht man irgendwann nicht mehr. Und trotzdem gehören sie zu einem.

Und während wir Erwachsenen uns verändern, stehen dort längst die nächsten Kinder mit leuchtenden Augen. Irgendwie schön, dass dieses Gefühl einfach weiterzieht. 🎡✨

Wenn ihr mögt, nehme ich euch noch ein bisschen mit.

Das Video zu unserem Kramermarktbesuch findet ihr hier.


Noch ein bisschen Kramermarkt für die Ohren 🎶

Die Musik aus meinem Video habe ich passend zu den Bildern mit Suno erstellt. Wenn ihr sie noch einmal ohne Riesenrad, Lichter und Fahrgeschäfte hören möchtet, könnt ihr hier noch einmal reinhören.