Tag 16 | 16.08.2026 | East Wemyss |St. Andrews (Schottland)

📅 Sonntag, 16. August 2026

Von Skye nach St Andrews: 5.798 Schafe, eine volle Tankfüllung und ganz viel Meer

📍 Start: Broadford, Isle of Skye

🚗 Unterwegs: Fort William, Laggan, St Andrews

🏡 Ziel: East Wemyss

Heute Morgen hieß es Abschied nehmen von Broadford und damit auch von der Isle of Skye.

Kein großes Abschiedsprogramm, kein letzter Spaziergang. Sachen ins Auto und los. Schließlich lag heute noch einiges vor uns.

Und schon die Fahrt war wieder ein Erlebnis für sich.

Die Landschaft veränderte sich ständig. Berge und Wasser, später immer mehr weite Felder und Grün. Kühe gab es heute deutlich mehr als in den vergangenen Tagen, Schafe natürlich trotzdem weiterhin ungefähr 5.798 und sogar zwei Fasane standen plötzlich auf der Straße.

Und Tauben.

Über Tauben und deren offensichtlich etwas eigenwilliges Verhältnis zu fahrenden Autos reden wir lieber ein anderes Mal. 😂

🏰 Eilean Donan bekommt doch noch sein Foto

Und dann tauchte tatsächlich noch einmal Eilean Donan Castle vor uns auf.

Auf dem Hinweg hatten wir überlegt, ob wir dort anhalten und es besichtigen wollen. Als wir es dann sahen, war unsere Reaktion allerdings eher:

Ach nö.

Man muss schließlich nicht jedes Castle besichtigen, nur weil es auf der Route liegt. 😄

Heute schradderten wir noch einmal daran vorbei. Das Castle lag zwischen Wasser, Bergen und tief hängenden Wolken und bekam nun doch noch seinen kleinen Auftritt.

Ganz unkompliziert aus dem Autofenster fotografiert.

Geht auch. 😂

⛽ Fort William oder: Jens war entspannt

Irgendwann kam dann die Sache mit dem Tanken.

Unsere eigentliche Route Richtung St Andrews stand längst fest. Und auf dieser Route wäre auch eine Tankstelle gekommen.

Eigentlich also überhaupt kein Problem.

Für Jens.

Denn rechnerisch hätten wir die Tankstelle erreicht. Nur wäre danach auf der Anzeige eben nicht mehr wahnsinnig viel Restreichweite übrig gewesen.

Jens?

Völlig entspannt.

Der wäre einfach weitergefahren.

Ich dagegen beobachtete die Tankanzeige und wurde mit jedem Kilometer ein bisschen unentspannter. 😬😂

Wer mich kennt, weiß: Das ist nichts Neues.

Irgendwann stand für mich fest, dass ich nicht über schottische Hügel fahren möchte und dabei zusehe, wie unsere Restreichweite immer weiter Richtung 20 Kilometer wandert.

Also habe ich Jens mehr oder weniger dazu genötigt, einen Umweg nach Fort William zu fahren.

Dort wurde getankt.

Und siehe da:

Auto voll.

Britta wieder entspannt. 😂

Jens war natürlich genauso entspannt wie vorher.

Nach so vielen gemeinsamen Jahren weiß er vermutlich, dass manchmal ein kleiner Umweg wesentlich angenehmer ist als eine Britta, die noch eine halbe Ewigkeit die Tankanzeige hypnotisiert.

☕ Ein kleiner Ort, den wir gerne in Erinnerung behalten

Später kam unsere Mittagspause bei der Laggan Coffee Bothy & Gallery.

Und die war richtig schön.

Schon beim Reinkommen fühlten wir uns wohl. Alles war gemütlich, sauber und liebevoll gemacht und die Mitarbeiterinnen waren unglaublich herzlich.

Ich hatte einen Tattie Scone Roll, also einen schottischen Kartoffelfladen im Brötchen. Jens nahm einen Lorne Sausage Roll mit der typisch schottischen, flachen Wurst.

Beides lecker.

Aber fast noch schöner war die Atmosphäre.

Irgendwann fragte ich eine der Mitarbeiterinnen, ob sie ein Familienunternehmen seien.

Ihre Antwort fand ich so schön, dass sie hängen geblieben ist:

Nein, aber sie seien eine große Familie. ❤️

Und genau so fühlte es sich dort auch an.

Die Coffee Bothy hatte im vergangenen Jahr eine Auszeichnung bekommen und sammelte wieder Stimmen. Da mussten wir nicht lange überlegen und haben auch für sie abgestimmt.

Solche Orte mag ich.

Man kommt eigentlich nur herein, weil man Kaffee trinken und etwas essen möchte, und fährt hinterher mit einer kleinen Geschichte weiter.

Die Coffee Bothy liegt übrigens tatsächlich an der A86 auf der Strecke zwischen Fort William und der Ostseite der Highlands. Dass sie sich als Ort zum kurzen Auftanken für Reisende versteht, passt ziemlich genau zu unserem Erlebnis.

⛳ St Andrews und ein ziemlich selbstverständlicher Jens

Am Nachmittag erreichten wir schließlich St Andrews.

Und hier begann unser Besuch gleich mit einer kleinen Geschichte.

Wir fanden einen Parkplatz beim Golfclub und ich fragte vorsichtshalber zwei Mitarbeiter, ob wir dort tatsächlich stehen dürften.

Ja.

Und wo müssen wir bezahlen?

Gar nicht.

Okay. 😄

Vielleicht sahen wir besonders vertrauenswürdig aus. Vielleicht das Auto. Vielleicht war es auch einfach vollkommen normal.

Wir haben nicht weiter nachgefragt. 😂

Jens jedenfalls marschierte anschließend ziemlich zielstrebig in den Golfclub hinein, als würde er hier regelmäßig seine Sonntage verbringen, und suchte erst einmal die Toilette.

Und als wir später wieder herauskamen, bedankte man sich sogar freundlich für unseren Besuch.

So geht das also. 😂

⛳ Golf irgendwie anders

Wir liefen noch ein Stück am Golfplatz entlang und ich fand spannend, wie normal und ungezwungen das Ganze wirkte.

Bei St Andrews und Golf hat man vielleicht schnell dieses Bild von etwas sehr Exklusivem im Kopf.

Vor Ort wirkte es auf uns überhaupt nicht so.

Da waren junge Menschen, ältere Menschen und die unterschiedlichsten Spieler auf dem Platz. Viel Betrieb, aber keine steife Atmosphäre.

Golf gehört hier einfach dazu.

Der berühmte Old Course liegt tatsächlich auf öffentlichem Grund und ist Teil der St Andrews Links. 

Und direkt daneben liegt das Meer.

Diese Kombination ist schon ziemlich besonders.

🎺 Und plötzlich: Musik

Dann kam wieder einer dieser ungeplanten Momente.

Am Bandstand spielte ein Blasorchester.

Und nicht etwa irgendwelche Stücke, bei denen wir höflich zwei Minuten stehenbleiben und dann weitergehen. 😂

Die spielten richtig bekannte, moderne Musik.

Unter anderem „Yes Sir, I Can Boogie“.

Da blieb man automatisch ein bisschen länger stehen. Menschen saßen rundherum, hörten zu und genossen einfach den Nachmittag.

Genau solche Sachen kann man vorher nicht planen.

Und vielleicht sind sie gerade deshalb so schön.

🌊 Castle, Küste und diese Gebäude

Danach liefen wir an der Küste entlang und kamen zum St Andrews Castle.

Reingegangen sind wir nicht.

Wir liefen außen herum, schauten uns die Ruine an und gingen über die Treppen hinunter Richtung Wasser.

Und überall diese Gebäude! 😍

Alte Natursteinfassaden, Erker, Giebel, Tore, kleine Mauern und dazwischen riesige Hortensien und andere Blumen.

St Andrews hat uns nicht wegen einer einzigen Sehenswürdigkeit gefallen.

Es war dieses Gesamtbild.

Meer.

Alte Steine.

Blumen.

Geschichte.

Universität.

Und natürlich Möwen.

Sehr viele Möwen. 😂

Auf Mauern, auf Autos, auf irgendwelchen Containern. Manche schauten einen an, als müsse man eigentlich bei ihnen Eintritt bezahlen.

⛪ St Andrews Cathedral

Weiter ging es zur Ruine der St Andrews Cathedral mit ihrem großen historischen Friedhof.

Und die hat uns wirklich beeindruckt.

Schon beim Eingang wurden wir ausgesprochen freundlich begrüßt. Man erklärte uns, dass der Eintritt frei sei und wir uns jederzeit melden könnten, wenn wir Fragen hätten.

So etwas macht gleich einen Unterschied.

Dann steht man zwischen diesen riesigen alten Mauern und Grabsteinen und bekommt erst eine Ahnung davon, welche Dimensionen diese Kathedrale einmal gehabt haben muss.

Teilweise wird dort derzeit restauriert und gesichert. Das Museum und der Shop sind momentan geschlossen und Bereiche des Friedhofs abgesperrt, die Außenanlage selbst kann kostenlos besucht werden. 

Historic Environment Scotland

Wir fanden es absolut sehenswert.

Nicht nur wegen der großen Ruinen.

Auch hier waren es wieder die kleinen Dinge. Alte Steine, verwitterte Grabmäler, Blumen zwischen den Mauern und natürlich irgendwo wieder eine Möwe, die offenbar seit 1437 für die Bewachung zuständig ist. 😂

🎓 Ein bisschen alte Universitätswelt

Natürlich begegnet einem in St Andrews auch immer wieder die Universität.

Alte Innenhöfe, gepflegter Rasen, historische Gebäude und diese ganz besondere britische Atmosphäre.

Ein bisschen Hogwartsgefühl kommt da schon auf. 😄

Und wenn man weiß, dass hier auch William und Kate studiert haben, schaut man sich die alten Gebäude noch einmal mit einem anderen Gedanken an.

Trotzdem war es bei uns weniger ein Abhaken einzelner berühmter Orte.

Wir liefen einfach herum und ließen St Andrews auf uns wirken.

🥢 Heute mal asiatisch

Irgendwann hatten wir Hunger.

Und heute wurde es ausnahmsweise einmal nicht Fish & Chips, Burger oder irgendetwas besonders Schottisches.

Wir gingen asiatisch essen.

Und das war richtig lecker.

Danach liefen wir noch ein bisschen durch das Zentrum. Das hat uns tatsächlich weniger angesprochen als die Bereiche rund um Universität, Castle, Kathedrale und Meer.

Aber das gehört genauso zu einem ehrlichen Reisebericht.

Nicht alles muss einen umhauen.

🌊 Bevor wir fahren: Noch einmal Meer

Bevor wir St Andrews endgültig verließen, wollten wir noch einmal zum Strand.

Jetzt kam also unser Strandmoment des Tages. ❤️

Durch die Dünen ging es noch einmal ans Wasser.

Und nach all den alten Gebäuden, Ruinen, Golfplätzen und Straßen war das ein wunderschöner Abschluss für St Andrews.

Einfach noch einmal dort stehen.

Sand.

Meer.

Dieser riesige Himmel.

Wolken, die immer wieder aufrissen.

Und noch ein bisschen Blau dazwischen.

Kein großes Programm mehr.

Einfach gucken.

St Andrews hat uns wirklich gut gefallen.

Nicht unbedingt das Zentrum allein.

Der ganze Ort mit seiner Geschichte, den Gebäuden, dem Golf, den Ruinen und vor allem seiner Lage am Meer.

🚗 Und selbst die letzte Strecke war noch schön.

Für die Fahrt nach East Wemyss suchten wir uns zunächst bewusst eine Strecke an der Küste entlang.

Und auch das hat sich gelohnt.

Wir kamen durch kleine Orte, fuhren über schöne Straßen und immer wieder öffnete sich die Landschaft.

Irgendwann wechselten wir dann doch auf die direktere Route.

Aber auch danach blieb die Fahrt schön.

Nach einem langen und ziemlich anstrengenden Tag kamen wir schließlich in unserer Unterkunft an.

Und dort wartete noch ein richtig schöner Abschluss auf uns.

Ein herzliches Willkommen, ein wunderschönes großes Zimmer und ein Platz am Erkerfenster mit Blick aufs Meer. 🌊

Wir sind nur für eine Nacht hier.

Und gerade deshalb ist es irgendwie besonders schön, zwischendurch einmal an so einem Ort zu landen.

Nicht mehr machen müssen.

Ankommen.

Hinsetzen.

Rausgucken.

Und sich einfach darüber freuen, dass wir heute Nacht hier schlafen dürfen. ❤️

⭐ Fazit

Was für ein Tag.

Morgens noch auf der Isle of Skye, unterwegs wieder diese wunderbare schottische Landschaft, ein kleiner Tankumweg zur Beruhigung meiner Nerven, eine Kaffeepause bei Menschen, die keine Familie sind und sich trotzdem wie eine fühlen.

Dann St Andrews.

Golf und Meer.

Blasmusik.

Alte Mauern.

Eine beeindruckende Kathedralruine.

Wunderschöne Gebäude.

Möwen an wirklich jeder denkbaren Stelle.

Gutes Essen.

Und zum Schluss noch einmal mit den Füßen Richtung Strand.

Heute war viel.

Und heute war auch anstrengend.

Aber wenn ich jetzt hier am Erkerfenster sitze und aufs Meer schaue, bleibt vor allem ein Gefühl:

Das war wieder ein richtig schöner Tag. ❤️🌊🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿