📅 Samstag, 15. August 2026
Isle of Skye: Old Man of Storr, Fairy Pools und die kleinen Dinge am Wegesrand
📍 Start und Ziel: Broadford
🚗 Unterwegs: Old Man of Storr, Trotternish, Portree, Fairy Pools und jede Menge Highlandlandschaft dazwischen
Heute war wieder so ein Tag, bei dem die Frage nach dem schönsten Erlebnis eigentlich gar nicht funktioniert.
Denn was war es?
Der Old Man of Storr? Die Fairy Pools? Die Wasserfälle? Die Berge? Dieses unglaubliche Licht, wenn plötzlich für ein paar Minuten die Sonne durch die Wolken kam?
Jens und ich waren uns am Abend zumindest bei einer Sache einig:
Die Highlands sind ein echtes Highlight unserer Reise.
Und heute haben sie uns wirklich alles gezeigt.
🥾 Old Man of Storr: Britta hat „gelusert“
Unser erstes großes Ziel am Morgen war der Old Man of Storr.
Schon die Fahrt dorthin war wieder wunderschön. Diese Landschaft macht es einem wirklich schwer, einfach nur von A nach B zu fahren. Immer wieder möchte man anhalten, weil irgendwo ein Berg aus den Wolken auftaucht, ein Wasserfall am Straßenrand liegt oder Schafe so dekorativ in der Landschaft stehen, als wären sie dafür bezahlt worden.
Dann ging es zu Fuß los.
Wir liefen zunächst gemeinsam Richtung Old Man und irgendwann erreichte ich den Beginn des Treppenaufstiegs.
Und da war für mich Schluss.
Jens dagegen lief weiter. Und weiter. Und weiter. Bis ganz hoch zum Old Man of Storr.
Seine trockene Zusammenfassung hinterher:
„Britta hat gelusert.“
Vielen Dank auch. 😂
Dafür bekam der Herr Gipfelstürmer oben dann aber auch die volle schottische Wetterpackung ab. Es regnete richtig heftig. Bei mir weiter unten war es eher Nieselregen.
Wer hatte jetzt also die bessere Idee?
Ich lasse diese Frage einfach mal offen. 😇😂
🌸 Aber wer hat eigentlich die kleine Blüte gesehen?
Während ich dort unterwegs war, fiel mir etwas auf.
Viele Menschen liefen sehr zielstrebig nach oben. Natürlich waren auch wir wegen des Old Man of Storr hier. Dieses berühmte Felsgebilde möchte man schließlich sehen.
Aber ich kann das irgendwie nicht.
Einfach hochlaufen.
Ich bleibe ständig hängen.
Da ist eine kleine Blüte.
Dort wächst Heidekraut.
Dann entdecke ich einen Pilz.
Eine Nacktschnecke kriecht irgendwo herum.
Schafe stehen zwischen den Hügeln.
Mitten in dieser riesigen Landschaft steht plötzlich ein einzelnes Zelt.
Und überall diese Farben. Gelb, Lila, Pink. Fingerhut, Disteln, Heidekraut und all die kleinen Pflanzen, deren Namen ich wahrscheinlich nicht einmal kenne.
Natürlich fotografieren auch andere Menschen unterwegs.
Aber manchmal frage ich mich trotzdem:
Wer sieht eigentlich das ganze kleine Zeug am Wegesrand?
Vielleicht brauche ich deshalb länger.
Vielleicht komme ich manchmal auch nicht so weit.
Aber dafür habe ich das Gefühl, unterwegs ganz viel gesehen zu haben.
Und irgendwie gehört für mich genau das genauso zum Old Man of Storr wie der berühmte Felsen ganz oben.
Jens hat ihn aus nächster Nähe gesehen.
Ich habe unterwegs ungefähr 173 andere Dinge entdeckt. 😂
Ich würde sagen: gute Arbeitsteilung.
🌦️ Ein Wetter für Unentschlossene
Überhaupt wusste das Wetter heute offenbar selbst nicht so genau, was es wollte.
Wir hatten Regen.
Nieselregen.
Nebel.
Dicke Wolken.
Und dann plötzlich wieder wunderschöne Sonnenfenster.
Manchmal öffnete sich die Wolkendecke nur für kurze Zeit und irgendwo wurde ein Berghang plötzlich hell angestrahlt. An anderer Stelle fiel das Licht auf das Wasser, während rundherum noch alles grau und dunkel war.
Fünf Minuten später sah dieselbe Landschaft wieder vollkommen anders aus.
Das war teilweise richtig dramatisch.
Und wunderschön.
🚗 Weiter durch Trotternish
Nach dem Old Man ging es weiter durch die Landschaft.
Wobei „weiterfahren“ auf Skye eigentlich eine ziemlich optimistische Beschreibung ist.
Denn ständig kommt wieder:
„Guck mal da!“
„Oh, halt mal!“
„Da ist ein Wasserfall!“
„Da sind Schafe!“
„Boah, guck mal die Wolken!“
Also wieder irgendwo anhalten, Foto machen, gucken und weiter.
Genau solche ungeplanten Stopps gehören für uns inzwischen genauso zu dieser Reise wie die bekannten Sehenswürdigkeiten.
Den Quiraing hatten wir ebenfalls auf unserer Liste. Dort sah es allerdings ziemlich neblig aus und eine vernünftige Möglichkeit zum Parken fanden wir auch nicht.
Also haben wir ihn ausgelassen.
Wir müssen schließlich nicht überall gewesen sein, nur damit hinterher ein Haken auf irgendeiner Liste steht.
🚙 Single Track Roads: Inzwischen fast Alltag
Und dann wären da natürlich noch die Straßen.
Vor unserer Reise hatten wir vor den schottischen Single Track Roads deutlich mehr Respekt als inzwischen nötig wäre.
Das System funktioniert meistens erstaunlich gut.
Man schaut voraus, nutzt die Passing Places, wartet aufeinander und bedankt sich.
„Cheers.“
„Thanks.“
Und weiter geht es.
Heute gab es allerdings auch zwei oder drei Situationen, in denen Jens noch einmal rückwärtsfahren musste.
Und dann wird aus dem entspannten Cruisen kurzfristig doch wieder höchste Konzentration. 😅
Aber insgesamt klappt das wirklich hervorragend.
Was uns außerdem auffällt: Wir sind hier definitiv nicht die einzigen Deutschen.
Gefühlt jedes dritte Auto trägt ein deutsches Kennzeichen. 😂
Heute haben wir zwar mit niemandem länger gesprochen, aber diese vielen kleinen freundlichen Begegnungen gibt es ständig. Jemand wartet, jemand lässt den anderen durch, ein kurzes Danke und weiter geht die Reise.
🌊 Portree: Hübsch, aber kein großes Highlight für uns
Unser nächstes Ziel war Portree.
Der kleine Hafen mit den bunten Häusern ist wirklich hübsch. Fischerboote lagen im Wasser, überall standen Hummerkörbe und es war einiges los.
Am Hafen fand gerade auch irgendeine Aktion statt, vermutlich rund um Rettung oder Seenotrettung. Das war nett gemacht, war für uns aber nicht so interessant, dass wir dort länger geblieben wären.
Portree hat uns gefallen.
Aber wenn wir ehrlich sind:
Einmal gesehen reicht uns auch.
Es war schön, dort gewesen zu sein, aber zu unseren ganz großen Highlights auf Skye gehört es nicht.
☕ Blueberry Lemon Cake
Und dann kam ein Programmpunkt, der bei uns ja ebenfalls nicht fehlen darf.
Kaffee und Kuchen. 😄
Ich hatte einen Blueberry Lemon Cake mit kleinen essbaren Blüten obendrauf.
Und der war richtig, richtig lecker.
Fruchtig, zitronig, süß und genau das Richtige für eine Pause.
In welchem Café wir waren?
Keine Ahnung mehr. 😂
Bevor ich hier also einem vollkommen unschuldigen Café fremden Kuchen unterschiebe, bleibt der Name einfach weg.
Der Kuchen bekommt trotzdem eine klare Empfehlung.
💷 Skye kann auch teuer
Was uns auf Skye allerdings ebenfalls aufgefallen ist:
Günstig ist es hier nicht gerade.
Gerade Parken, Essen und vieles rund um die touristischen Ziele summiert sich ziemlich schnell.
Aber gut.
Es ist, wie es ist.
Und immerhin habe ich bislang auch immer irgendwo eine Toilette gefunden. 😂
Das ist inzwischen wirklich ein Running Gag dieser Reise.
Andere Menschen planen ihre Route nach Sehenswürdigkeiten.
Ich möchte zusätzlich wissen:
Wo ist das nächste Klo?
Man muss schließlich Prioritäten setzen.
Und mein System funktioniert erstaunlich gut. 😂
🐦 Die Möwe mit dem perfekten Arbeitsplatz
In Portree gab es dann noch eine Begegnung, die dringend festgehalten werden muss.
Eine Möwe saß auf einem roten Auto.
Nicht auf unserem Mustang!
Das möchte ich ausdrücklich klarstellen. 😂
Dieses rote Auto stand nämlich direkt vor einem Fish & Chips Laden.
Und diese Möwe saß dort nicht zufällig.
Die lauerte.
Man sah ihr förmlich an, dass sie genau wusste, was gleich passieren würde.
Irgendwann kommt ein Tourist mit Fish & Chips aus dem Laden.
Irgendwann passt dieser Tourist zwei Sekunden nicht auf.
Und dann schlägt sie zu.
Ich würde behaupten, diese Möwe hat ihren Arbeitsplatz mit großer Sorgfalt ausgewählt. 😂
🧚 Fairy Pools: So, Jens. Von wegen gelusert!
Nach Portree war unser Tag aber noch lange nicht vorbei.
Jetzt ging es zu den Fairy Pools.
Und an dieser Stelle möchte ich noch einmal auf die Behauptung vom Vormittag zurückkommen:
„Britta hat gelusert.“
Aha.
Dann mal los. 😎😂
Bei den Fairy Pools waren wir ungefähr eine bis anderthalb Stunden zu Fuß unterwegs.
Und diesmal bin ich ordentlich mitgelaufen.
Der Weg führte durch eine fantastische Landschaft an Wasserfällen, kleinen Kaskaden und natürlichen Wasserbecken entlang.
Das Wasser rauschte über dunkle Felsen, sammelte sich in tiefen Pools und floss dann weiter talwärts. Rundherum wieder Heidekraut, kleine Pflanzen und dahinter diese gewaltigen Berge, deren Spitzen teilweise in den Wolken verschwanden.
Ganz bis zum allerletzten beziehungsweise obersten Pool sind wir allerdings nicht gelaufen.
Denn irgendwann stellten wir fest:
Das geht ja immer weiter! 😂
Noch ein Stück.
Noch ein Wasserfall.
Noch ein Pool.
Und dahinter vermutlich noch einer.
Also haben wir irgendwann beschlossen, dass wir genug gesehen hatten und wieder umdrehen.
Aber eine bis anderthalb Stunden durch diese Landschaft zu laufen, würde ich nun wirklich nicht mehr unter „lusern“ verbuchen.
Ich möchte das fürs Protokoll ausdrücklich festgehalten wissen, Jens. 😂
💦 Wasserfälle, Felsen und noch mehr zum Gucken
Die Fairy Pools haben uns richtig gut gefallen.
Und auch hier war für mich wieder nicht nur das eigentliche Ziel interessant.
Da waren die kleinen Wasserläufe zwischen den Felsen, das Heidekraut, die unterschiedlichen Gesteinsschichten und immer wieder neue Blicke auf die Berge.
An manchen Stellen konnte man direkt hinunter in die tiefen natürlichen Becken schauen.
Und dann steht man da und denkt wieder:
Wie kann eine Landschaft gleichzeitig so rau und so schön sein?
Genau dafür sind wir hier.
🍕 Barbecue Chicken Pizza bei Gasta
Irgendwann reicht es dann aber auch mit Bergen, Wasserfällen und Wandern.
Dann braucht der Mensch etwas Vernünftiges zu essen. 😂
Und da darf heute ausdrücklich ein Name fallen:
Gasta.
Wir hatten dort eine Barbecue Chicken Pizza und die war richtig lecker.
Da mache ich ausnahmsweise gerne freiwillig Werbung.
Nach diesem langen Tag war sie genau das Richtige.
⭐ Unser Fazit
War das heute der schönste Tag unserer bisherigen Reise?
Nein.
Oder ja.
Oder vielleicht.
Wir können diese Frage inzwischen einfach nicht mehr beantworten. 😄
Jeder Tag hatte bisher etwas Eigenes.
London war völlig anders als Cornwall. Wales wieder anders. Und jetzt stehen wir mitten in den Highlands und erleben schon wieder eine Landschaft, die mit allem davor kaum vergleichbar ist.
Aber Jens und ich sind uns einig:
Die Highlands sind ein echtes Highlight dieser Reise.
Und vielleicht war gerade heute ein gutes Beispiel dafür, warum.
Natürlich erinnern wir uns an den Old Man of Storr.
An die Fairy Pools.
An Portree.
Aber wahrscheinlich werden wir uns genauso an die vielen kleinen Dinge erinnern.
An den Pilz im Gras.
An die bunten Blüten.
An die Nacktschnecke.
An die Schafe.
An das einzelne Zelt mitten in der Landschaft.
An einen Wasserfall, bei dem wir spontan angehalten haben.
An Jens, der oben am Old Man ordentlich Regen abbekam.
An meine erfolgreiche Rehabilitation bei den Fairy Pools nach dem schweren Vorwurf des „Luserns“. 😂
An die Möwe, die strategisch vor dem Fish & Chips Laden auf ihre Chance wartete.
Und an eine verdammt leckere Pizza am Ende des Tages.
Vielleicht ist genau das für uns die Isle of Skye.
Nicht eine Sehenswürdigkeit, wegen der man hierherkommt.
Sondern ganz viele große und kleine Momente, wegen derer man sich später daran erinnert. ❤️🏴