Tag 19 | 19.08.2026 | Dunkerque 🇫🇷

📅 Mittwoch, 19. August 2026

Von England zurück aufs Festland und ein Abend in Dunkerque

📍 Start: Raum Selby

⛴️ Überfahrt: Dover nach Calais

📍 Ziel: Dunkerque

Heute hieß es tatsächlich Abschied nehmen von Großbritannien. Nach all den Tagen in England, Wales und Schottland ging es Richtung Dover und damit langsam Richtung Heimat.

Wir hatten gut geschlafen und waren früh unterwegs. Vor uns lag noch eine lange Fahrt bis zur Fähre, aber wir hatten genügend Zeit eingeplant und der Tank war voll. Also erst einmal ganz entspannt los.

🚗 Heute zählen wir keine Schafe

Was uns auf den Fahrten durch Großbritannien immer wieder aufgefallen ist, war der viele Müll an manchen Straßenrändern.

Heute fiel uns besonders auf, wie viele alte Reifen und Reifenteile dort herumliegen. Teilweise wirklich unglaublich viele. Einmal haben wir innerhalb kürzester Zeit gleich fünf davon gesehen.

Nach all den vergangenen Tagen mit gefühlt 5.798 Schafen hatten wir heute also eine neue Zählkategorie:

Keine Schafe. Reifen. 😂

Wobei das eigentlich gar nicht so lustig ist. Denn insgesamt fanden wir schon auffällig, wie viel Müll entlang mancher Straßen und Autobahnen liegt.

Zwischendurch gab es einen kurzen Stopp bei Roadchef. Toilette, einen Costa Coffee mitgenommen und weiter. ☕🚗

Kurz danach wurde der Verkehr einmal etwas zäher, aber nach wenigen Minuten war der Spuk auch schon wieder vorbei. Also zum Glück kein großes Staudrama auf dem Weg nach Dover.

🚗 Der Musti bekommt noch eine Dusche

Kurz vor dem Fährhafen wollten wir noch den gröbsten Reisedreck vom Mustang bekommen.

Nach einigem Suchen fanden wir tatsächlich eine richtige Waschbox, in der wir selbst mit der Hochdrucklanze loslegen konnten. Genau das, was wir gesucht hatten.

Also bekam der Musti kurz vor der Heimreise noch seine England Dusche. 🚗💦

Und natürlich gab es auch heute wieder Möwen. Die gehörten inzwischen genauso selbstverständlich zu dieser Reise wie Schafe, enge Straßen und all die kleinen Dinge, die uns unterwegs begleitet haben. 😂

🇬🇧 Ein richtig netter Abschied

Am Fährterminal gab es dann noch einen dieser kleinen Momente, die irgendwie hängen bleiben.

Der englische Grenzbeamte war richtig nett und interessierte sich tatsächlich für unsere Reise. Er fragte uns, wie lange wir in Großbritannien gewesen waren, wo wir überall unterwegs waren und ob wir mit dem Mustang auch offen fahren konnten.

Also erzählten wir ein bisschen von unserer Tour und den vielen verschiedenen Ecken, die wir in den vergangenen Wochen gesehen hatten.

Darauf meinte er, dass wir wirklich schöne Teile des Landes kennengelernt hätten.

Und zum Abschied sagte er dann einfach:

Wir sollen wiederkommen. ❤️🇬🇧

Das war irgendwie ein richtig schöner letzter kleiner Moment in England. Kein großes Tamtam, einfach ein nettes Gespräch mit einem Menschen, der sich für unsere Reise interessierte.

Und ja, wir sind uns ziemlich sicher:

Das machen wir. 😊

⛴️ Abschied von Großbritannien

In Dover hatten wir dann auch noch richtig Glück und konnten sogar eine frühere Fähre nehmen als ursprünglich geplant.

Beim Auffahren regnete es ordentlich, deshalb blieben wir zunächst lieber im Trockenen.

Die Überfahrt selbst war angenehm ruhig. Zwischendurch ging es natürlich trotzdem einmal nach draußen. Noch einmal aufs Wasser schauen, noch einmal die englische Küste sehen und langsam begreifen, dass diese Reise nun wirklich ihrem Ende entgegengeht.

Die weißen Klippen wurden immer kleiner und irgendwann lag England hinter uns.

Erst kurz vor dem Anlegen in Calais wurde es etwas wackeliger. Ich merkte das Geschaukel ein bisschen im Kopf, aber es ging und kurze Zeit später waren wir auch schon wieder auf französischem Boden.

Die Ankunft verlief völlig unkompliziert.

Und Jens?

Der wechselte vom Linksverkehr zurück auf die rechte Straßenseite, als hätte er die letzten Wochen nichts anderes gemacht. 😄

🇫🇷 Bonjour Dunkerque

Unsere Unterkunft in Dunkerque fanden wir problemlos und nach dem Einchecken wollten wir auf keinen Fall einfach den Abend im Zimmer verbringen.

Also noch einmal los.

Erst zum Strand.

Und Dunkerque überraschte uns.

Das Wetter war inzwischen richtig schön geworden, obwohl man noch deutlich sehen konnte, dass es vorher geregnet hatte. Am breiten Sandstrand war einiges los und tatsächlich waren noch einige Menschen im Wasser.

Besonders schön fand ich die vielen bunten Badehäuschen. In verschiedenen Farben stehen sie am Strand und zusammen mit den alten Häuserfassaden an der Promenade geben sie dem Ganzen einen ganz eigenen Charme.

Natürlich wurde auch wieder nach den kleinen Dingen geschaut. Eine Feder im Sand, Möwen, unsere langen Schatten am Strand und sogar eine ziemlich beeindruckende Qualle, die dort angespült worden war.

Und dann standen wir plötzlich vor einem Stück Geschichte.

Dunkerque und das Jahr 1940

Am Strand erinnern Informationstafeln an die Operation Dynamo im Zweiten Weltkrieg. Ende Mai und Anfang Juni 1940 wurden von Dunkerque aus Hunderttausende alliierte Soldaten über den Ärmelkanal evakuiert. Auf einer weiteren Tafel sahen wir Bilder des damals bombardierten Bahnhofs.

Wenn man heute dort am Strand entlangläuft, zwischen Spaziergängern, Badehäuschen und Menschen, die einfach ihren Sommerabend genießen, ist es schon ein merkwürdiger Gedanke, was sich genau hier einmal abgespielt hat.

Wir hatten gar nicht geplant, uns heute noch mit Geschichte zu beschäftigen. Sie stand einfach plötzlich am Wegesrand.

🚶 Einfach noch ein bisschen Dunkerque

Danach liefen wir weiter durch die Straßen.

Und auch hier gab es einiges zu entdecken. Alte Häuser mit wunderschönen Fassaden, kleine architektonische Details, eine Kirche, ruhige Plätze und immer wieder Gebäude, bei denen wir automatisch nach oben schauten.

Dann kamen wir über eine Brücke, an der zahlreiche Flaggen hängen. Wir entdeckten verschiedene Städte und Länder darauf und rätselten natürlich sofort, was es damit auf sich hat. Sogar Amsterdam und das Hamburger Wappen glaubten wir zu erkennen.

Eigentlich wollten wir aber vor allem noch etwas essen.

Und damit kam der vielleicht schönste Teil des Abends.

🥙 Eigentlich wollten wir nur einen Döner...

Wir hatten uns einen Dönerladen herausgesucht und liefen ein ganzes Stück dorthin.

Und dann saßen wir da und aus einem ganz normalen Abendessen wurde plötzlich eine dieser Begegnungen, die wahrscheinlich viel länger im Gedächtnis bleiben als manches geplante Reiseziel.

Der Inhaber setzte sich zu uns und wir kamen ins Gespräch.

Auf Englisch. In Frankreich. Mit einem Mann aus Pakistan. 😄

Er lebt seit sieben Jahren in Frankreich und erzählte uns von seiner Familie und seinen beiden Dönerläden. Wir redeten über Reisen, Essen, Menschen und darüber, wie wichtig ein respektvoller Umgang miteinander ist.

Bestimmt eine halbe Stunde saßen wir zusammen und unterhielten uns.

Und das Essen?

Richtig gut.

Aber fast noch schöner war dieses Gespräch.

Wir kannten seinen Namen nicht einmal. Und wahrscheinlich werden wir ihn nie wiedersehen. Trotzdem war es genau so eine Begegnung, die zeigt, warum Reisen eben nicht nur aus Sehenswürdigkeiten besteht.

Manchmal geht man einfach nur los, weil man Hunger hat.

Und kommt mit einer kleinen Geschichte zurück. ❤️

❤️ Unser Fazit des Tages

Heute gab es keinen großen Programmpunkt und kein berühmtes Highlight.

Es gab Reifen statt Schafe, einen frisch geduschten Musti, nette Worte eines englischen Grenzbeamten zum Abschied, eine ruhige Überfahrt über den Ärmelkanal, ein bisschen Wehmut beim Abschied von Großbritannien, Sonne am Strand von Dunkerque, bunte Badehäuschen, Möwen, Geschichte am Wegesrand, schöne alte Häuser und am Abend einen Döner mit einer unerwartet persönlichen Begegnung.

Und langsam kommt dieses besondere Gefühl auf:

Wir freuen uns auf zu Hause.

Auf unser eigenes Bettchen. Auf unsere eigenen vier Wände. Und darauf, wieder daheim zu sein.

Denn so gerne wir unterwegs sind, wir sind auch wahnsinnig gerne zu Hause.

Aber eines wissen wir nach dieser Reise ziemlich sicher:

Das war nicht unsere letzte Reise nach Großbritannien. 🇬🇧❤️

Morgen geht es heim.

Und irgendwie ist das gerade auch schön. 🏡❤️