19.10. Waldabenteuer, Pilzpaläste und ein überraschendes Puddingexperiment

 

Moin, ihr Lieben! Hier meldet sich wieder euer Kurti Knut von Schwartau. Für alle, die mich noch nicht kennen: Ich bin der kleine Schneemann, den Jens heimlich als Überraschung für Britta eingepackt hat. Seitdem begleite ich sie durch ihre Reha und residiere in einem ausgesprochen gemütlichen grauen Nackenhörnchen. Und ich sage euch: Für einen Schneemann, der eigentlich nur ein bisschen Urlaub machen wollte, ist hier ganz schön was los!

Unser Montag begann früh. Sehr früh sogar. Britta war schon um halb sechs wach. Ich hingegen sah überhaupt keinen Grund, meine königliche Schlafstätte vorzeitig zu verlassen. Schließlich muss ich meine Kräfte einteilen. Wer den ganzen Tag für gute Laune zuständig ist, braucht ausreichend Schlaf.

Nach dem Frühstück ging Britta zum Aquasport und anschließend zu weiteren Anwendungen. Ich blieb im Zimmer und hielt die Stellung. Beim Aquasport wäre ich übrigens grundsätzlich dabei – allerdings nur mit Schwimmflügeln und einer schriftlichen Garantie, dass ich hinterher noch genauso flauschig bin wie vorher.

Später war Britta noch ein bisschen einkaufen. Unter anderem brachte sie Pudding mit. Da wurde ich natürlich hellhörig! Endlich einmal eine Anschaffung, bei der ich mich persönlich angesprochen fühlte. Allerdings ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was sie damit vorhatte.

Am Nachmittag kam Britta zurück, und wir machten es uns erst einmal gemütlich. Es gab Latte macchiato, und diesmal durfte ich ausdrücklich mittrinken. Ich bekam sogar einen Ehrenplatz direkt neben der Tasse. Hinter mir stand die schöne Karte mit den roten Herzen, die Jens damals zu seinem Geschenk gelegt hatte. Zu mir also! Darauf hatte er wunderbare Worte für Britta geschrieben. Ich finde ja, ein Schneemann mit persönlicher Widmung ist schon etwas Besonderes. Jens hat eben Geschmack. ☃️❤️

Dann wurde es allerdings kulinarisch abenteuerlich. Britta schnitt eine Kaki klein und vermischte sie mit Karamellpudding. Ich betrachtete das Ganze skeptisch. „Britta, was stimmt denn mit dir nicht?“, fragte ich. Obst und Karamellpudding? Zusammen? Das klang nach einem Experiment, bei dem man besser erst einmal Abstand hält. Aber dann durfte ich probieren. Und was soll ich sagen? Es war tatsächlich lecker! Ich nehme meine Kritik hiermit zurück. Zumindest vorläufig. Ein Beweisfoto gibt es übrigens nicht. Wir waren beide schneller als die Kamera. 😂

Anschließend zog es Britta bei wunderschönem Herbstwetter nach draußen. Natürlich führte ihr Weg zunächst zum KURTeich. Ich möchte daran erinnern, dass dieser Teich praktisch meinen Namen trägt. Die offizielle Umbenennungsurkunde lässt allerdings weiterhin auf sich warten. Die Schwäne waren zunächst nicht zu entdecken. Vermutlich hatten die Herrschaften anderweitige Verpflichtungen.

Also erkundete Britta diesmal den Wald hinter dem Teich. Und was sie dort alles entdeckte! Hohe Bäume, kleine Hügel, verschlungene Wege, moosbewachsene Baumstämme und Pilze in allen möglichen Formen und Größen. Ich bekam später eine ausführliche Fotovorführung und kann euch sagen: Der Wald hat offenbar beschlossen, seine gesamte Pilzsammlung gleichzeitig auszustellen.

Besonders auffällig waren natürlich die leuchtend roten Fliegenpilze. Die sehen aus, als hätte jemand kleine rote Dächer mit weißen Punkten zwischen die Bäume gesetzt. Wunderschön anzuschauen, aber selbstverständlich nichts für den Kochtopf! 🍄

Und dann entdeckte Britta tatsächlich noch mehr Schlumpfhausen! Ihr erinnert euch vielleicht: Über die kleinen Pilzsiedlungen haben wir ja schon berichtet. Offenbar gibt es dort draußen inzwischen ganze Neubaugebiete. Auf alten Baumstämmen drängten sich die Pilze dicht an dicht, teilweise sogar in mehreren Etagen. Ich frage mich langsam, ob Papa Schlumpf dort heimlich einen Immobilienkonzern betreibt.

Ein besonders auffälliger Pilz trug einen schwarz-weiß gemusterten Hut. Der sah aus, als wäre er auf dem Weg zu einer eleganten Waldveranstaltung. Andere Pilze waren winzig klein und fast durchsichtig, wieder andere bildeten ganze Gruppen an umgestürzten Baumstämmen. Britta fotografierte begeistert alles, was nicht rechtzeitig weglaufen konnte. Wobei Pilze da natürlich einen gewissen Nachteil haben.

Unterwegs entdeckte sie auch einen Naturerlebnisweg mit verschiedenen Stationen. Da gab es einen Baumkompass, einen Balancierbaum und sogar eine sogenannte Baumbegegnung. Bei Letzterer soll man mit verbundenen Augen einen Baum ertasten und ihn anschließend wiederfinden. Eine interessante Idee. Ich würde allerdings darum bitten, mich dabei nicht versehentlich auf einem Baumstumpf abzusetzen und anschließend zu vergessen. Mit meiner weißen Fellfarbe könnte man mich dort glatt für einen besonders seltenen Pilz halten.

Auch der Baumkompass hatte es Britta angetan. Mithilfe der Bäume sollte man sich orientieren können. Ich persönlich finde ja, dass man sich im Wald am besten an den Dingen orientiert, die wirklich wichtig sind: Wo geht es zurück zum KURTeich? Und wie weit ist es bis zum nächsten Pudding?

Eine ganze Stunde war Britta unterwegs. Zwischendurch schien die Sonne wunderschön durch die hohen Bäume, überall lag Herbstlaub, und selbst die alten umgestürzten Stämme sahen auf ihren Fotos richtig spannend aus. Für mich war das später eine kleine Waldexpedition vom Nackenhörnchen aus. Sehr bequem, muss ich sagen. Und deutlich weniger anstrengend.

Auf dem Rückweg ging es dann wieder zum KURTeich. Dort entdeckte Britta auch noch eine wunderschöne, kräftig rosa Blüte. Mitten im Oktober! Während die Bäume langsam ihr Herbstkleid anziehen, hatte diese Blume offenbar beschlossen, noch einmal richtig Farbe ins Spiel zu bringen. Das nenne ich einen gelungenen Auftritt.

Und siehe da: Auch die vermissten Schwäne und Gänse waren inzwischen wieder aufgetaucht! Einige schwammen gemütlich über den Teich, andere standen am Ufer und betrieben ausgiebige Gefiederpflege. Besonders die jungen Schwäne mit ihrem graubraunen Federkleid waren wieder dabei. Ein weißer Schwan hatte seinen Hals so elegant eingerollt, dass ich kurz dachte, er hätte ebenfalls ein Nackenhörnchen. Nur eben fest eingebaut.

Zurück im Zimmer gönnte Britta sich eine wohlverdiente Pause. Später telefonierte sie noch mit Jens. Ich habe mich selbstverständlich dezent im Hintergrund gehalten. Schließlich verdanke ich diesem Mann meine gesamte Karriere als Reha-Begleiter und Tagebuchautor. Vom heimlich eingepackten Geschenk zum Schneemann mit eigenem Publikum – das muss man auch erst einmal schaffen!

Am Abend ging Britta noch Rummikub spielen und kam anschließend gut gelaunt zurück. Ich hätte ja gern mitgespielt, aber bei meinen kurzen Armen wäre das Sortieren der Spielsteine eine echte Herausforderung. Außerdem hätte ich wahrscheinlich sämtliche Joker für mich beansprucht. Ein bisschen Sonderbehandlung darf ein Schneemann schließlich erwarten.

Nun ist wieder Ruhe eingekehrt. Britta hat es sich gemütlich gemacht, und ich sitze in meinem grauen Nackenhörnchen. Heute gab es einen langen Waldspaziergang, noch mehr Schlumpfhausen, einen ungewöhnlich schicken Pilzhut, einen Baumkompass, Schwäne, eine leuchtend rosa Blume und ein Puddingexperiment, das überraschend gut ausgegangen ist.

Und ich? Ich durfte Latte macchiato trinken, habe meine Waldexpedition bequem vom Zimmer aus nacherlebt und werde jetzt meinen wohlverdienten Feierabend genießen.

Gute Nacht aus Bad Schwartau! Euer Kurti Knut – Schneemann mit Herzchenkarte, anspruchsvollem Gaumen und einem ausgesprochen gemütlichen Arbeitsplatz. ☃️❤️