18.10. – Entenrandale, Pilz-Ohrensessel und ein Pony auf vier Pfoten

Moin, meine lieben Schneefreunde! ☃️

Hier meldet sich euer Kurti Knut von Schwartau! Eigentlich sollte es ein gemütlicher Sonntag werden. Stattdessen gab es nächtliche Ruhestörer, Hochwasser am KURTeich, einen Wald voller Pilze und ein vermeintliches Pony. Und ich hatte endlich einmal ein richtig abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm. Aber der Reihe nach!

Nächtliche Randale und kalte Füße

Unsere Nacht war alles andere als ruhig. Draußen wurde laut herumgepöbelt, und zeitweise klang es, als hätte jemand eine unangemeldete Krawallveranstaltung eröffnet. Britta hörte es, ich hörte es, und beim Frühstück stellte sich heraus, dass auch andere den Lärm mitbekommen hatten.

Angeblich hatten sich im Bereich der Fahrradständer einige Leute herumgetrieben. Ich finde ja, wer nachts unbedingt Krach machen möchte, könnte wenigstens vorher einen Antrag bei der Schneemann-Nachtruhebehörde stellen.

Und dann war es auch noch kalt! Britta fror, und ich habe vorsichtshalber mitgebibbert. Ein frierender Schneemann ist zwar ein gewisser Widerspruch, aber ich bin eben ein besonders empfindsames Exemplar.

Britta kümmerte sich deshalb morgens um eine zusätzliche Wolldecke. Die sollte später aus dem Keller geholt werden. Ich fand das ausgezeichnet. Schließlich wohnen wir hier zu zweit.

Land unter am KURTeich

Nach dem Frühstück machte sich Britta auf zum KURTeich. Ich übernahm derweil meinen Aussichtsposten am Fenster und beobachtete das herbstliche Treiben draußen.

Als Britta zurückkam, hatte sie erstaunliche Bilder dabei. Der KURTeich war stellenweise über die Ufer getreten! Einige Wege standen unter Wasser, sodass Britta umdrehen und durch den Wald einen anderen Weg nehmen musste.

Auf ihren Fotos sah ich die wunderschöne alte Baumallee, den Springbrunnen, mächtige Bäume und jede Menge Wasser, wo normalerweise keines hingehört.

Die Schwäne und Gänse schien das wenig zu stören. Die spazierten beziehungsweise schwammen gemütlich dort herum, wo sonst Menschen unterwegs sind. Eine Gans hatte ihren Schnabel tief im Wasser, und die Schwäne veranstalteten offenbar ein ausgedehntes Frühstücksbuffet.

Ich frage mich ja, ob man als Schneemann auch einen Antrag auf Vollverpflegung am KURTeich stellen kann.

Pilzmöbel und Enten mit schlechtem Benehmen

Britta entdeckte unterwegs wieder wunderschöne Pilze. Kleine helle Exemplare auf Baumstämmen, zarte weiße Pilzgruppen und natürlich diese leuchtend roten Fliegenpilze mit ihren weißen Punkten.

Ein besonders kurioser Fund sah tatsächlich aus wie ein alter Ohrensessel. Ein richtiger kleiner Pilz-Sessel mitten im Wald!

Ich habe mir das Foto genau angesehen. Als Zweitwohnsitz wäre das durchaus interessant. Allerdings wirkte die Polsterung etwas feucht, und ich bezweifle, dass dort jemand regelmäßig die Kissen aufschüttelt.

Dann zeigte Britta mir noch ein Video von zwei Enten, die sich ordentlich stritten.

Da wurde ich hellhörig.

Nächtliches Gepöbel, aggressive Stimmen, und jetzt zwei streitsüchtige Enten am KURTeich? Ich möchte niemanden verdächtigen, aber vielleicht sollten die beiden dringend zu den Ereignissen der vergangenen Nacht befragt werden.

Ein Alibi wäre jedenfalls hilfreich.

Papa, Rummikub und Pudding

Später telefonierte Britta mit ihrem Papa. Die beiden unterhielten sich unter anderem über Rummikub, das Britta hier inzwischen häufiger spielt. Papa möchte sich offenbar auch ein Spiel anschaffen. Ich sehe schon die ersten Familienturniere auf uns zukommen.

Dann erzählte er, dass er gerade Apfelmus kocht. Darüber kamen die beiden auf Kartoffelbrei mit Apfelmus und Fischstäbchen zu sprechen. Eine Kombination, die sie beide lieben.

Britta hat sich daraufhin gleich zum Mittagessen nach der Reha eingeladen. Und Papa versprach sogar Pudding!

Pudding! Da wurde ich natürlich aufmerksam.

Ich hoffe sehr, dass Jens bei meiner Rückkehr darauf hinweist, dass ich ebenfalls zur Reisegesellschaft gehöre. Ein kleines Schälchen müsste doch wohl drin sein.

Ein Sonntag voller Fürsorge für den kleinen Kurti

Zum Mittagessen gab es für Britta Putenrollbraten mit Kartoffeln und Blumenkohl, anschließend Fruchtjoghurt. Danach machten wir es uns auf dem Bett gemütlich.

Und wisst ihr was? Britta hatte sich heute sogar einiges einfallen lassen, damit mir nicht langweilig wird!

Zuerst bekam ich einen wunderbar gestrickten Strumpf zum Einkuscheln. Mit dem bunten Rand sah ich darin ausgesprochen schick aus. Eine Mischung aus Schneemann, Strickmodel und gemütlicher Wärmflasche.

Dann bot Britta mir etwas zu trinken an. Schließlich hatte ich mich in den vergangenen Tagen oft genug darüber beschwert, dass sie ständig versorgt wird und ich auf dem Trockenen sitze.

Also durfte ich an ihre grüne Trinkflasche. Das sah vielleicht lustig aus! Ich thronte darauf wie ein kleiner Schneemann auf einem Aussichtsturm.

Und weil ich gelegentlich über Langeweile klage, bekam ich anschließend sogar Musik angeboten. Mit den Kopfhörern sah ich aus wie ein richtiger DJ.

DJ Kurti Knut – die heißeste Karotte Norddeutschlands!

Ich muss zugeben: Britta gibt sich wirklich Mühe mit mir. Andere Schneemänner stehen monatelang bewegungslos in irgendwelchen Vorgärten. Ich bekomme hier Strickmode, Getränke, Musik und einen Logenplatz im Nackenhörnchen. Das ist schon ziemlich luxuriös.

Anschließend haben wir sogar gemeinsam die frisch gewaschene Wäsche zusammengelegt. Ich war selbstverständlich für die Qualitätskontrolle zuständig. Bei meinen kurzen Armen ist das die vernünftigste Arbeitsteilung.

Danach war aber wirklich Feierabend. Auch ein Schneemann braucht schließlich seinen Sonntagsschlaf.

Eine Wolldecke und nette Tischgespräche

Am späten Nachmittag holte Britta die zusätzliche Wolldecke mit Bettbezug ab. Damit waren wir für die kommende Nacht hoffentlich besser ausgerüstet.

Beim Abendessen saß Britta wieder mit netten Mitpatientinnen zusammen. Es wurde erzählt und gelacht, unter anderem über einen schönen, aber ziemlich windigen Ausflug nach Travemünde.

Ich blieb derweil auf meinem gemütlichen Platz. Bei dem Wetter war ich über meinen Zimmerservice auch nicht unglücklich.

Ein Pony auf vier Pfoten

Am Abend ging Britta noch einmal kurz spazieren. Es war schon dunkel, als sie in einiger Entfernung plötzlich ein riesiges Tier entdeckte.

Ihr erster Gedanke: „Mein Gott, ist das ein Pony?“

Doch bei näherem Hinsehen stellte sich heraus: Das Pony war ein Hund! Ein gewaltiger Vierbeiner, vermutlich ein Landseer.

Britta erzählte der Besitzerin lachend von ihrer Verwechslung, und die beiden kamen nett ins Gespräch. Der Hund schaute Britta neugierig an und führte sein Frauchen offenbar gerade auf einem etwas eigenwilligen Slalomkurs spazieren.

Ich hätte diesen Riesen gern einmal gesehen. Andererseits: Bei meiner Größe hätte er mich womöglich für einen Schneeball mit Karottenfüllung gehalten.

Da bleibe ich lieber vorsichtig.

Mein Sonntagsfazit

Was für ein Tag! Erst nächtliche Randale, dann Hochwasser am KURTeich, ein Pilz mit eingebautem Ohrensessel, streitende Enten und zum Schluss ein Hund im Ponyformat.

Britta hatte einen schönen Spaziergang, ein liebes Telefonat mit Papa und nette Gespräche beim Abendessen.

Und ich hatte heute wirklich keinen Grund zur Beschwerde: ein warmes Strickoutfit, etwas zu trinken, Musik, gemeinsame Wäschepflege und zwischendurch einen gemütlichen Platz zum Ausruhen.

Ich glaube, ich muss Britta gelegentlich auch einmal ein Kompliment machen. Sie kümmert sich nämlich ziemlich gut um ihren kleinen Schneemann.

Aber bitte erzählt ihr nicht, dass ich das gesagt habe. Sonst erwartet sie womöglich noch, dass ich morgen die ganze Wäsche allein zusammenlege.

Jetzt kuschle ich mich wieder in mein Nackenhörnchen. Die zusätzliche Decke ist da, und ich hoffe, dass draußen heute Nacht endlich Ruhe herrscht.

Und falls die Enten wieder Streit anfangen, sollen sie das bitte unter sich klären.

Euer Kurti Knut von Schwartau ☃️❤️

Zufriedener Nackenhörnchenbewohner, gelegentlicher DJ und ehrenamtlicher Pilzmöbelgutachter.