Professor von Mumpitz, Easy und Frau Schmidt sitzen beisammen, als Easy einen Moment auf ihr Handy schaut.
Easy sitzt einen Moment still da, scrollt auf ihrem Handy, ohne wirklich zu lesen.
Irgendwo zwischen Nachrichten, Überschriften und Kommentaren bleibt ihr Blick hängen.
Easy
(halb mehr zu sich selbst)
„Ich bin eben über einen Artikel gestolpert. Eigentlich ging es um etwas ganz anderes. Aber in den Kommentaren tauchte immer wieder dieses Wort auf.“
Professor von Mumpitz
(neugierig)
„Ein Wort mit schlechtem Ruf?“
Frau Schmidt
(sanft)
„Eines, das man selten gern über sich selbst sagt?“
Easy
„Neid. Und das, was manchmal daraus wird.“
Ein kurzer Moment.
Dann beginnt das eigentliche Gespräch.
Easy
(nachdenklich)
„Mir fällt auf, dass es einen Unterschied gibt zwischen Neid, der eher ein Seufzen ist, und etwas anderem, das härter klingt.“
Professor von Mumpitz
(legt den Kopf schief)
„Zwischen ach, wie schön und das steht dir doch gar nicht zu.“
Frau Schmidt
(leise)
„Das eine fühlt sich weich an. Das andere kalt.“
Easy
„Ich habe gelesen, dass Neid oft mit einem Wunsch beginnt. Mit einem inneren: Das hätte ich auch gern.“
Professor von Mumpitz
„Ein Wunsch ist ehrlich. Er sagt etwas über mich.“
Frau Schmidt
„Und nicht über die anderen.“
Easy
„Missgunst scheint etwas anderes zu sein. Da geht es nicht mehr um den eigenen Wunsch, sondern um das, was man dem anderen nicht gönnt.“
Professor von Mumpitz
„Da schaut man nicht mehr auf sich. Sondern zählt im Kopf das Leben der anderen.“
Frau Schmidt
„Und vergisst dabei das eigene.“
Ein kurzer Moment Stille.
Easy
„Ich habe den Gedanken gelesen, dass Missgunst oft dort entsteht, wo Menschen das Gefühl haben, zu kurz zu kommen.“
Professor von Mumpitz
„Oder nicht gesehen zu werden.“
Frau Schmidt
„Oder keine Wahl zu haben.“
Easy
„Dann wird der Blick nach außen sehr scharf. Man beobachtet, vergleicht, bewertet.“
Professor von Mumpitz
„Und macht aus fremden Entscheidungen ein persönliches Urteil.“
Frau Schmidt
„Obwohl man die Beweggründe gar nicht kennt.“
Easy
„Was mir dabei auffällt: Viele vergessen, dass Menschen unterschiedliche Werte haben. Unterschiedliche Prioritäten. Unterschiedliche Dinge, die ihnen wichtig sind.“
Professor von Mumpitz
„Manche sammeln Erlebnisse. Andere Sicherheit. Andere Ruhe. Andere Dinge.“
Frau Schmidt
„Und nichts davon ist richtiger als das andere.“
Easy
„Missgunst tut so, als gäbe es eine allgemeine Messlatte. Ein stilles Gesetz, wie Leben zu laufen hat.“
Professor von Mumpitz
„Ein Regelwerk, das niemand unterschrieben hat.“
Frau Schmidt
„Und trotzdem wird danach geurteilt.“
Easy
„Ich habe gelesen, dass Menschen sich wohler fühlen, wenn sie glauben, dass alles gerecht verteilt ist.“
Professor von Mumpitz
„Und sehr unwohl, wenn jemand scheinbar aus der Reihe tanzt.“
Frau Schmidt
„Dann fragt man nicht mehr: Was ist mir wichtig?
Sondern: Warum darf der das?“
Easy
„Das Schwierige ist: Dieser Blick nach außen kostet viel Energie.“
Professor von Mumpitz
„Man ist ständig Buchhalter fremder Leben.“
Frau Schmidt
„Und verpasst dabei das eigene.“
Ein leiser Atemzug.
Easy
„Ich glaube, der Punkt ist nicht, ob jemand neidisch oder missgünstig ist. Sondern, ob er bereit ist, wieder zu sich zurückzukehren.“
Professor von Mumpitz
„Zu den eigenen Entscheidungen.“
Frau Schmidt
„Zu dem, was einem selbst wirklich wichtig ist.“
Easy
„Missgunst fragt: Warum hat der das?
Zufriedenheit fragt: Was brauche ich eigentlich?“
Professor von Mumpitz
„Zwei sehr unterschiedliche Richtungen.“
Frau Schmidt
(sanft)
„Und nur eine davon fühlt sich auf Dauer ruhig an.“
Niemand sagt mehr etwas.
Der Gedanke darf bleiben.
✨ Neid beginnt oft mit Sehnsucht
✨ Missgunst verliert den Blick für sich selbst
✨ Andere Lebensentwürfe sind keine Provokation