Szene: Kurz vor Mitternacht an Silvester 🎆
Draußen liegt diese gespannte Luft.
Noch ist es nicht laut, eher erwartungsvoll.
So ein Innehalten, kurz bevor alles losgeht.
Im Wohnzimmer brennen Kerzen 🕯️
Easy, Professor von Mumpitz und Frau Schmidt sitzen zusammen.
Nicht eng, aber verbunden.
Man hört vereinzelt schon ein dumpfes Wumm aus der Ferne.
Easy
(leise)
„Ich frage mich jedes Jahr, warum dieses Knallen so viele Menschen bewegt. Dieses Lautsein. Dieses Jetzt-geht-es-los.“
Professor von Mumpitz
(zupft an seiner Fliege)
„Ich habe mal gelesen, dass Lärm früher etwas Schützendes hatte. Nicht angenehm, aber beruhigend. Wenn es laut ist, fühlt man sich weniger ausgeliefert.“
Frau Schmidt
(nickt langsam)
„Früher sollte das Knallen ja auch etwas vertreiben. Dunkelheit. Angst. Böse Geister. Oder einfach dieses Gefühl, dass man der Nacht nicht ganz traut.“
Easy
„Also eher ein altes Sicherheitsgefühl als reiner Spaß.“
Professor von Mumpitz
„Genau. Kontrolle. Ein Knall sagt: Ich bin da. Ich habe Einfluss. Wenigstens für einen Moment.“
Ein weiterer Knall draußen 💥
Schon etwas näher.
Frau Schmidt
„Ich habe auch gehört, dass viele Menschen das Körperliche daran mögen. Dieses Vibrieren. Den Knall im Bauch. Gerade nach einem anstrengenden Jahr.“
Easy
„So etwas wie ein Ventil.“
Professor von Mumpitz
„Ja. Druck rauslassen. Frust. Anspannung. Und manchmal auch das Bedürfnis, endlich laut sein zu dürfen.“
Mehrere Knaller hintereinander.
Dann kurz wieder Stille.
Easy
„Man liest jedes Jahr, dass es viele Verletzte gibt. Hände, Augen, Ohren. Oft nicht aus Leichtsinn, sondern weil Menschen unterschätzen, wie schnell etwas kippen kann.“
Professor von Mumpitz
(seufzt)
„Ein Bekannter von mir arbeitet im Rettungsdienst 🚑
Er sagt, für sie ist Silvester kein Fest, sondern Ausnahmezustand.“
Frau Schmidt
„Und trotzdem machen es die Menschen weiter. Vielleicht, weil sie denken: Mir passiert das nicht.“
Easy
„Oder weil sie glauben, dass es dazugehört. Dass Feiern laut sein muss.“
Ein Pfeifen, dann ein heller Knall 🎇
Professor von Mumpitz
„Ich finde spannend, dass Knallen oft mit Freiheit verwechselt wird. Dabei ist es häufig eher ein Mitmachen. Alle tun es, also tut man es auch.“
Frau Schmidt
„Und wer nicht mitmacht, fühlt sich schnell außen vor. Als würde er das Fest ablehnen.“
Easy
„Dabei gibt es ja auch andere Wege. Ich habe gelesen, dass immer mehr Menschen bewusst leiser feiern.“
Professor von Mumpitz
„Entwicklung, würde ich sagen. Nicht jede Tradition passt für alle Zeiten.“
Frau Schmidt
(lächelt sanft)
„Ewo zieht sich jedes Jahr zurück 🕊️
Die Möwe ist sonst so neugierig. Aber wenn es knallt, sitzt sie ganz still und wartet.“
Easy
„Und Britni…“
Frau Schmidt
„…verkriecht sich unter der Decke 🐑✨
Sie würde so gern mit den anderen feiern, aber die Geräusche machen ihr Herz ganz schnell.“
In der Ferne eine Sirene 🚨
Kurz. Dann wieder Ruhe.
Professor von Mumpitz
„Ich habe mal einen Polizisten sagen hören, dass Silvester immer ein Balanceakt ist. Zwischen Erlaubtsein und Verantwortung.“
Easy
„Zwischen Freude und Risiko.“
Frau Schmidt
„Und zwischen dem eigenen Bedürfnis und dem der anderen. Menschen. Tiere. Kinder.“
Professor von Mumpitz
„Ich glaube nicht, dass alle, die knallen, rücksichtslos sind. Viele denken einfach nicht weiter.“
Easy
„Oder sie haben gelernt, dass Lautsein gleich Feiern ist.“
Ein stiller Moment.
Frau Schmidt
„Vielleicht geht es am Ende gar nicht um Knaller. Sondern darum, wie wir Übergänge gestalten.“
Easy
„Abschiede. Neuanfänge.“
Professor von Mumpitz
„Und ob wir sie laut brauchen. Oder ob ein stilles Jetzt manchmal reicht.“
Die Kerzen flackern 🕯️
Draußen knallt es weiter.
Drinnen bleibt es ruhig.
✨ Manche feiern laut, weil es sich sicher anfühlt
✨ Andere feiern leise, weil ihr Herz das braucht
✨ Beides erzählt etwas über Nähe, Angst und Hoffnung
Und irgendwo unter einer Decke atmet ein Schaf wieder ruhiger 💛