Mona Milbe und die Pollen
Der Frühling war gekommen.
Ganz leise zuerst.
Ein paar Blüten im Garten.
Ein bisschen Sonne auf der Fensterbank.
Und überall dieser feine, gelbe Staub.
Mona Milbe hatte sich am Anfang sogar darüber gefreut.
Frühling bedeutete schließlich: Licht, Wärme und gute Laune.
Doch dann begann ihre Nase zu kribbeln.
Erst ein kleines Kitzeln.
Dann ein zweites.
Und plötzlich:
„Haaaatschi!“
Mona hielt sich erschrocken die Nase.
„Das war ja komisch“, murmelte sie.
Doch das war erst der Anfang.
Schon am nächsten Tag lag Mona in ihrem Bettchen.
Die Nase rot.
Die Augen tränend.
Überall lagen zerknüllte Taschentücher.
„Haaatschi…“
Sie schniefte.
Und in diesem Moment dachte Mona zum ersten Mal an Brodie.
Brodie hatte ja immer erzählt, wie schlimm ihre Nase manchmal wurde, wenn die Milben unterwegs waren.
Damals hatte Mona das nie so richtig verstanden.
Jetzt schon.
„Oh je…“, seufzte Mona leise.
„Jetzt weiß ich, wie sich das anfühlt.“
Sie zog die Decke ein bisschen höher.
„Brodie musste sich bestimmt ganz schön quälen.“
Und plötzlich tat es Mona richtig leid.
Denn Brodie hatte ja nicht nur Probleme mit den Milben…
sondern auch noch mit den Pollen.
„Das ist ja doppelt schlimm“, murmelte Mona.
Zum Glück schien Brodie ein gutes Mittelchen zu haben, denn sie kam meistens ganz gut durch die Pollenzeit.
Aber Mona?
Die wusste gar nicht, wohin mit sich.
Ihre Nase lief.
Die Augen juckten.
Und sie war ständig müde.
Zum Glück war Luna da.
Luna hatte nämlich überhaupt keine Probleme mit den Pollen.
Sie hüpfte durchs Zimmer, sammelte Taschentücher ein und brachte Mona immer wieder neue.
„Hier“, sagte Luna und reichte ihr einen ganzen Stapel.
„Du brauchst bestimmt wieder welche.“
Mona nickte dankbar.
„Danke… Haaaatschi!“
Und diesmal flogen wieder kleine Herzchen aus ihrer Nase.
Luna musste ein bisschen lachen.
„Selbst beim Niesen bist du süß.“
Mona schmunzelte schwach.
Wenn sie nicht gerade nieste, lag sie meistens erschöpft im Bettchen.
Manchmal hörte sie leise Musik.
Ganz ruhige Lieder, die ein bisschen beim Einschlafen halfen.
An anderen Tagen schaute sie auf dem kleinen Bildschirm Videos.
„Tipps gegen Pollenallergie“, las Mona eines Tages.
Neugierig klickte sie darauf.
Ein Mensch erklärte dort viele Dinge.
Mona hörte aufmerksam zu.
„Erster Tipp“, sagte die Stimme im Video,
„abends duschen oder zumindest die Haare waschen, damit die Pollen aus den Haaren verschwinden.“
Mona nickte.
„Das klingt sinnvoll.“
Deshalb saß sie später mit einem Handtuchturban auf dem Kopf im Bett.
Im nächsten Video hörte sie:
„Zimmer möglichst pollenfrei halten. Fenster nicht lange offen lassen.“
Luna nickte sofort.
„Das mache ich!“
Und tatsächlich hielt Luna manchmal sogar einen kleinen Ventilator in Richtung Fenster, um die frechen Pollen hinauszupusten.
Ein weiterer Tipp aus dem Video war:
„Die Nase regelmäßig mit einer Nasendusche spülen.“
Das hatte Mona dann auch ausprobiert.
Am Waschbecken.
Mit ein bisschen Mut.
Und danach fühlte sich ihre Nase tatsächlich ein kleines bisschen besser an.
„Das hilft ja wirklich!“, staunte Mona.
Abends lag sie wieder im Bett.
Ein paar Taschentücher neben sich.
Luna saß auf der Bettkante.
Draußen vor dem Fenster schwebten immer noch die kleinen frechen Pollen mit ihren winzigen Gesichtern.
Einer winkte sogar.
Mona seufzte.
„Der Frühling ist ja eigentlich schön…“
Dann schniefte sie.
„Aber ein bisschen weniger Pollen wären auch okay.“
Luna grinste.
„Der Sommer kommt ja bald.“
Mona lächelte müde.
Und kuschelte sich wieder in ihre Decke.