Sonntag, 9. August 2026
Von Treforest nach Porthmadog und mitten hinein in Snowdonia 🏔️🐑
Heute hieß es Abschied nehmen von Treforest und unserem kleinen Zuhause direkt am rauschenden Wehr. Nach dem Frühstück wurde alles wieder im Auto verstaut und dann ging es weiter Richtung Norden.
Vor uns lag eine längere Strecke quer durch Wales. Aber wie wir inzwischen gelernt haben, ist hier oft nicht nur das Ziel interessant. Manchmal sorgt schon die Navigation dafür, dass unterwegs keine Langeweile aufkommt. 😄
🌉 Eine Brücke, die uns keiner glaubt
Unsere erste Pause des Tages sollte eigentlich vollkommen unspektakulär werden.
Ich hatte nach einem Café gesucht. Hauptgrund: Toilette. ☕😂
Die Navigation hatte auch etwas Passendes gefunden und führte uns zuverlässig dorthin.
Zumindest dachten wir das.
Bis plötzlich eine Brücke vor uns lag.
Eine ziemlich schmale, alte Hängebrücke mit Holzbohlen. Und wir mit unserem Mustang davor.
Da standen wir nun.
Zurück? Nö.
Also Kamera an und los.
Während wir ganz langsam über die Brücke rollten, sagte Jens irgendwann ziemlich trocken:
„Das glaubt uns keiner.“
Und mich hört man auf dem Video nur sagen:
„Oh, was hab ich Schiss!“ 😂
Vermutlich die treffendste Dokumentation dieser Überfahrt.
Aber Auto, Brücke und wir haben es unbeschadet auf die andere Seite geschafft. Und im Nachhinein war es natürlich wieder genau so ein Erlebnis, über das man herrlich lachen kann.
Währenddessen eher weniger. 😄
☕ Eine Pause am alten Bahnhof
Kurz danach wussten wir auch, warum uns die Navigation überhaupt über dieses kleine Abenteuer geschickt hatte.
Unser Ziel war die Erwood Station, ein ehemaliger Bahnhof, der heute ganz anders genutzt wird.
Und was für ein schöner Platz für eine Pause!
Zwischen alten Eisenbahnrelikten, ausrangierten Fahrzeugen und jeder Menge Geschichte konnten wir draußen sitzen, Kaffee trinken und etwas Süßes essen.
Nach der aufregenden Brückenüberfahrt war das genau das Richtige.
Und die gesuchte Toilette gab es natürlich auch. Mission erfolgreich. 😂
Manchmal sucht man unterwegs einfach nur nach einer Toilette und landet dabei an einem Ort, den man ohne dieses dringende Bedürfnis wahrscheinlich niemals entdeckt hätte.
Reisen kann so einfach sein.
🐑 „Stopp!!!“
Gut gestärkt ging es weiter.
Allerdings nicht besonders lange.
Denn kurz nach unserer Pause kam plötzlich ein Schaf auf die Straße.
Direkt vor unser Auto.
Ich sah es und schrie nur:
„STOPP!“
Jens bremste.
Dann hupte er.
Das Schaf zeigte sich von dieser ganzen Aufregung allerdings ausgesprochen unbeeindruckt. 😂
Es schlenderte gemütlich zur Seite und machte uns anschließend lautstark klar, was es von unserem Gehupe hielt.
Vermutlich ungefähr:
„Was ist denn euer Problem? ICH wohne hier!“ 🐑😂
Damit waren die Besitzverhältnisse der walisischen Straßen auch geklärt.
🚗 Weiter durch Wales
Danach wurde die Fahrt wieder ruhiger.
Und wunderschön.
Wir fuhren durch kleine Orte, vorbei an alten Kirchen und Steinhäusern, durch grüne Landschaften und über Straßen, die sich durch die Hügel zogen.
Immer wieder änderte sich die Umgebung.
Mal kleine Dörfer, dann wieder weite Landschaft. Mal dichteres Grün und kurze Zeit später schon die ersten höheren Berge am Horizont.
Das Wetter spielte ebenfalls wieder mit und so machte selbst die längere Fahrt richtig Spaß.
Irgendwann erreichten wir schließlich Porthmadog, unser Zuhause für die nächste Etappe.
🧳 Kurz einchecken und gleich wieder los
In Porthmadog angekommen, checkten wir zunächst in unserer Unterkunft ein.
Und dann?
Füße hoch?
Feierabend?
Natürlich nicht. 😂
Der Tag war noch viel zu schön und direkt vor unserer Nase lag eine Landschaft, auf die wir uns sehr gefreut hatten.
Also nur kurz ankommen und schon saßen wir wieder im Auto.
Auf nach Snowdonia!
🏔️ Snowdonia, was für eine Landschaft!
Und dann wurde es richtig beeindruckend.
Mit jeder Kurve schien sich die Landschaft ein bisschen zu verändern.
Grüne Täler wechselten sich mit gewaltigen Felswänden ab. Dazwischen lagen Seen, kleine Bäche plätscherten zwischen den Steinen hindurch und schmale Straßen schlängelten sich mitten durch die Berge.
Und natürlich:
Schafe.
Überall Schafe. 🐑😂
Die interessieren sich übrigens nur sehr bedingt dafür, ob irgendwo eine Straße verläuft. Man wohnt schließlich hier. Die Touristen können ja aufpassen.
Wir fuhren einfach durch diese wunderschöne Landschaft und hielten immer wieder dort an, wo es uns gefiel.
An einem See gingen wir hinunter ans Wasser. Vor uns lag die ruhige Wasserfläche, dahinter erhoben sich die Berge und über den Gipfeln zogen dicke Wolken entlang.
Ein paar Unerschrockene waren sogar im Wasser.
Wir entschieden uns für die deutlich vernünftigere Variante:
gucken. 😂
Weiter ging es bergauf, vorbei an Felsen und durch immer spektakulärere Landschaft.
An einem Aussichtspunkt mussten wir natürlich wieder raus.
Der Wind war dort oben ausgesprochen engagiert und hatte innerhalb weniger Sekunden eigene Vorstellungen davon, wie eine Frisur auszusehen hat. 😄
Aber bei diesem Ausblick war das völlig egal.
Unter uns lag das Tal, in der Ferne Wasser und ringsherum diese mächtigen Berge.
Wir standen einfach da und staunten.
❤️ Einfach Snowdonia
Wir könnten jetzt wahrscheinlich versuchen, jeden einzelnen Berg, jeden See und jeden Aussichtspunkt aufzuzählen.
Aber genau darum ging es heute überhaupt nicht.
Snowdonia war für uns ein Gesamterlebnis.
Diese Berge.
Das Grün.
Die Felsen.
Das Wasser.
Die Wolken, die über die Gipfel zogen.
Die kleinen Straßen mittendrin.
Und dieses ständige Gefühl, dass hinter der nächsten Kurve schon wieder ein Ausblick wartet, bei dem man eigentlich anhalten möchte.
Also machten wir genau das.
Fahren.
Gucken.
Staunen.
Anhalten.
Weiterfahren.
Und zwischendurch immer wieder:
„Boah, guck mal da!“
Manchmal braucht es gar nicht mehr. ❤️
⚓ Zurück in Porthmadog
Nach unserer Runde durch Snowdonia ging es zurück nach Porthmadog.
Und obwohl wir an diesem Tag schon reichlich gesehen hatten, wollten wir noch ein bisschen raus.
Also machten wir am späten Nachmittag einen Spaziergang durch den Ort und hinunter zum Hafen.
Nach den gewaltigen Bergen war das plötzlich eine ganz andere Stimmung.
Boote lagen im Wasser, andere standen an Land, kleine Steinhäuser säumten die Straßen und im Hintergrund waren immer wieder die Berge zu sehen.
Wir liefen einfach ein bisschen herum, ohne Plan und ohne noch irgendetwas erledigen zu müssen.
Besonders schön war der Blick über den Hafen. Vorne das Wasser und die Boote, dahinter die Landschaft und über allem dieser typisch walisische Himmel, der sich offenbar nie so ganz entscheiden kann, was er eigentlich vorhat. 😄
🎶 Zehn Minuten Musik gehen noch
Auf dem Rückweg hörten wir plötzlich Livemusik.
Sie kam aus dem Pub am Bahnhof.
Nach diesem Tag war unser Akku allerdings ziemlich leer. Also keine große Abendveranstaltung mehr.
Wir setzten uns einfach für ungefähr zehn Minuten auf eine Bank am Bahnhof, hörten der Musik zu und ließen den Tag dort noch ein bisschen ausklingen.
Dann war endgültig Schluss.
Zurück in die Unterkunft.
Füße hoch.
Feierabend. ❤️
⭐ Unser Fazit
Was für ein Tag.
Dabei fing alles eigentlich nur mit einer längeren Fahrt Richtung Norden an.
Dann schickt uns die Navigation mit dem Mustang über eine Hängebrücke, weil ich eine Toilette brauche. Wir trinken Kaffee an einem alten Bahnhof, werden kurz darauf von einem Schaf ausgebremst, fahren durch halb Wales, checken in Porthmadog ein und landen anschließend mitten in einer der beeindruckendsten Landschaften unserer bisherigen Reise.
Und am Abend sitzen wir noch ein paar Minuten auf einer Bank und hören Livemusik.
Genau solche Tage lieben wir.
Nicht alles geplant.
Nicht alles vorher gewusst.
Manches ein bisschen abenteuerlich.
Und am Ende bleibt ganz viel hängen. ❤️🏔️🐑🏴