📅 Montag, 10. August 2026
Von Porthmadog nach Maryport 🌄🌊
Heute hieß es Abschied nehmen von Porthmadog und damit auch langsam von Wales.
Wir starteten am Vormittag und hatten einige Stunden Fahrt vor uns. Diesmal sollte es nicht nur über kleine Nebenstraßen gehen, denn bei der Strecke bis Maryport wollten wir auch wirklich vorankommen. Trotzdem war die Fahrt alles andere als langweilig.
Schon die ersten Kilometer waren wieder genau das, was wir an Wales inzwischen so lieben. Kleine Orte, alte Steinhäuser, enge Straßen, viel Grün und immer wieder diese Landschaft, bei der man automatisch langsamer schaut. Hinter jeder Kurve tauchte etwas Neues auf.
Zwischendurch legten wir eine Pause ein und gönnten uns etwas Nervennahrung. Ein Stück Bara Brith durfte dabei natürlich auch nicht fehlen. Dieser typisch walisische Früchtekuchen mit Rosinen und Gewürzen schmeckt tatsächlich ein bisschen wie Weihnachten. Sehr lecker und irgendwie passend zu so einem Reisetag.
Danach ging es weiter Richtung Norden.
Und irgendwann veränderte sich die Landschaft langsam. Die Berge wurden wieder größer, die Täler weiter und wir kamen in eine Gegend, bei der wir beide immer wieder aus dem Fenster schauten.
🌄 Landschaft, Landschaft, Landschaft
Die Strecke durch den Lake District war wirklich traumhaft.
Grüne Hänge, dunklere Bergrücken, kleine Wälder, offene Flächen und dazwischen immer wieder Häuser aus Stein. Teilweise lagen die Straßen so schön zwischen den Bergen, dass wir am liebsten alle paar Minuten irgendwo angehalten hätten.
Dazu hatten wir richtig Glück mit dem Wetter. Blauer Himmel, große weiße Wolken und immer wieder Sonne. Dadurch sah die Landschaft stellenweise fast gemalt aus.
Gerade diese Mischung hat uns gefallen. Nicht nur Berge und nicht nur grüne Wiesen, sondern ständig wechselnde Eindrücke. Mal wirkte alles weit und offen, dann wieder fuhren wir durch kleine Orte, vorbei an alten Häusern und Mauern, und kurz danach lag wieder ein ganzes Tal vor uns.
Für solche Strecken ist der Mustang natürlich nicht gerade ein Kleinwagen. 😄 Aber bisher klappt es erstaunlich gut. Auf breiteren Straßen sowieso, und bei engen Ortsdurchfahrten heißt es eben manchmal: ein bisschen langsamer, ein bisschen genauer schauen und hoffen, dass nicht gerade ein Bus entgegenkommt.
Je näher wir Maryport kamen, desto mehr bekamen wir dieses Gefühl: Jetzt sind wir wirklich in Nordengland angekommen.
🏠 Ankommen in Maryport
Am Nachmittag erreichten wir Maryport und wurden von unserer Vermieterin persönlich begrüßt.
Unsere Ferienwohnung liegt mitten im Ort, direkt über ihrem kleinen Café und Interior Shop. Eine richtig schöne Lage für die nächsten zwei Nächte.
Und dann kam direkt die nächste nette Überraschung: Wir bekamen frisch gebackenen Kuchen zur Begrüßung. Ihr Mann backt selbst und offenbar ziemlich gut. 😄
Die Wohnung gefällt uns richtig gut. Klein, gemütlich und praktisch eingerichtet. Aus dem Küchenfenster schauen wir über die Dächer von Maryport und bekommen gleich ein bisschen Stadtleben mit.
Nach dem Einchecken gingen wir noch schnell zu Fuß einkaufen und brachten unsere Sachen in die Wohnung.
Eigentlich hätten wir uns danach auch einfach aufs Bett legen können.
Aber Meer in sieben Minuten Entfernung?
Keine Chance. 😄
🌊 Maryport und das Meer
Also machten wir uns noch einmal auf den Weg Richtung Wasser.
Schon der erste Blick war richtig schön. Vor uns lag die Küste, weit und offen, und durch die Ebbe war ein großer Teil des Meeresbodens sichtbar.
Der Sand hatte überall diese typischen feinen Rillen, die das Wasser hinterlässt. Dazu kleine Wasserläufe, Steine, Algen und glänzende Flächen, in denen sich die Sonne spiegelte.
Es sah ständig anders aus, je nachdem, aus welcher Richtung man schaute.
Und dann kam natürlich unser kleines persönliches Wattdrama. 😅
Jens lief deutlich weiter hinaus.
Ich nicht.
Ich sah Wasser, Gezeiten und sehr viel Fläche zwischen uns und dem sicheren Ufer und dachte mir: Nö. Ich bleibe hier.
Jens bezeichnete mich daraufhin liebevoll als Schisser.
Kann man so sehen.
Ich nenne es gesunden Respekt vor dem Meer. 😄
⚓ Hafen, Geschichte und kleine Details
Wir liefen anschließend weiter Richtung Hafen.
Maryport ist keine herausgeputzte Touristenstadt und genau das macht den Ort irgendwie sympathisch. Es wirkt echt. Hafenanlagen, ältere Gebäude, kleine Boote, Möwen und immer wieder Hinweise auf die Geschichte der Stadt.
Am Hafen entdeckten wir mehrere besondere Bänke mit Motiven aus der Vergangenheit und außerdem die große Alauna Aurora.
Diese Metallskulptur zeigt viele Szenen aus Maryports Geschichte. Seefahrt, Hafen, Eisenbahn, Industrie und Menschen aus vergangenen Zeiten. Man muss wirklich ein bisschen genauer hinschauen, weil überall kleine Details versteckt sind.
Auch der kleine Leuchtturm an der Hafeneinfahrt gefiel uns richtig gut.
Und während wir dort entlangliefen, wurde das Licht immer schöner.
🌅 Ein richtig schöner Tagesabschluss
Die Sonne stand inzwischen tiefer und das Wasser begann zu glitzern.
Am Horizont lagen die Berge nur noch als dunkle Silhouette. Über uns wechselten Wolken und blauer Himmel, und auf dem Watt entstanden lange Schatten.
Das war einer dieser Momente, bei denen wir einfach stehen geblieben sind.
Keine große Sehenswürdigkeit.
Kein Programmpunkt.
Einfach Meer, Licht und Ruhe.
Genau solche Augenblicke mögen wir auf unseren Reisen am meisten.
Später ging es zurück in die Wohnung. Vom Küchenfenster hatten wir noch einmal einen schönen Blick über Maryport und irgendwann lagen wir einfach nur noch entspannt auf dem Bett.
⭐ Fazit
Heute war einer dieser Reisetage, bei denen eigentlich die Strecke selbst das Erlebnis war.
Von den grünen Landschaften in Wales über kleine Orte und alte Steinhäuser bis hin zu den Bergen des Lake Districts war die Fahrt unglaublich abwechslungsreich.
Und Maryport hat uns direkt positiv überrascht.
Nicht spektakulär im klassischen Sinne. Aber Meer, Hafen, Geschichte, Ebbe, Abendsonne und diese ruhige Stimmung haben uns sofort gefallen.
Ein richtig schöner erster Abend in Nordengland. 🌊❤️