Tag 13 | 13.08.2026 | Edinburgh

📅 Donnerstag, 13. August 2026

Edinburgh, vom Festivaltrubel bis zu ganz viel Ruhe

📍 West Linton → Gorebridge → Edinburgh → Gorebridge → West Linton

Nach einer richtig guten Nacht starteten wir heute ausgeruht in unseren Edinburgh Tag.

Wie schon in Glasgow wollten wir auch diesmal nicht mit dem Auto mitten in die Großstadt fahren. Diese Lösung gefällt uns inzwischen richtig gut: Wir suchen uns außerhalb einen passenden Bahnhof, stellen dort das Auto ab und fahren ganz entspannt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zentrum.

Unser Bahnhof für heute war Gorebridge.

🚗 Schon der Weg zum Bahnhof war ein Geschenk

Allein die Fahrt von West Linton nach Gorebridge war wieder wunderschön.

Kleine Straßen führten uns durch die schottische Landschaft, vorbei an grünen Feldern, Wiesen und alten Steinmauern. Teilweise fuhren wir unter dichten Baumkronen hindurch, dann öffnete sich die Landschaft wieder und gab den Blick auf die sanften Hügel frei.

Es sind genau diese Strecken, die wir inzwischen so lieben. Eigentlich möchte man nur von A nach B und plötzlich wird schon die Fahrt zum Erlebnis.

Auch auf den schmaleren Straßen kamen wir mit unserem Auto gut zurecht. Wer sich vor einer Reise ein bisschen anschauen möchte, wie solche Strecken tatsächlich aussehen, findet auf meinem YouTube Kanal auch einige reine Fahrvideos. Die werde ich passend zu unserer Reise auf der Webseite verlinken.

In Gorebridge angekommen, war alles unkompliziert. Auto abstellen, am Automaten die Fahrkarten für Hin und Rückfahrt kaufen und ab in den Zug.

Für uns können wir dieses Prinzip wirklich nur empfehlen. Kein Parkplatzstress mitten in der Großstadt, kein unbekannter Stadtverkehr und man steigt am Ende einfach mitten im Geschehen aus.

Und genau dort landeten wir auch.

🏙️ Edinburgh Waverley und sofort mittendrin

In Edinburgh Waverley angekommen, führte uns unser erster Weg natürlich erst einmal zur Toilette.

Man muss schließlich Prioritäten setzen. 😂

Und danach ging es hinaus.

Schon die ersten Minuten waren beeindruckend. Dunkle historische Gebäude, Türme, Kirchen, Sandsteinfassaden und immer wieder diese besondere Architektur, bei der man eigentlich ständig nach oben schauen möchte.

Das Balmoral direkt am Bahnhof, The Scotsman, die engen Straßen der Altstadt und in der Ferne immer wieder das Castle.

Eigentlich perfekte Voraussetzungen für einen gemütlichen Stadtbummel.

Eigentlich.

Denn Edinburgh hatte heute noch etwas anderes mit uns vor.

🎭 Edinburgh im Festivalfieber

Wir waren mitten in der Festivalzeit gelandet.

Und das konnte man wirklich nicht übersehen. 😄

Die Straßen waren teilweise rappelvoll. Überall Menschen, Musik und Straßenkünstler. Musiker spielten am Straßenrand, ein Dudelsackspieler sorgte für das passende Schottlandgefühl, Artisten zeigten ihre Kunststücke, eine lebende Statue stand zwischen den Besuchern und sogar ein Mann mit einer Eule gehörte zum Straßenbild.

Um die Künstler bildeten sich immer wieder große Menschentrauben und dazwischen versuchten alle anderen irgendwie weiterzukommen.

Edinburgh wirkte weniger wie eine Stadt und mehr wie eine einzige riesige Freiluftbühne.

Wer Trubel liebt, Straßenkunst mag und gerne mittendrin ist, für den muss Edinburgh im August wirklich ein Erlebnis sein. Man kann wahrscheinlich stundenlang durch die Straßen ziehen und entdeckt immer wieder etwas Neues.

Für uns war es interessant, das einmal mitzuerleben.

Aber wir merkten ziemlich schnell:

Das ist uns heute ein bisschen zu viel Halligalli. 😂

Wir kamen teilweise kaum voran und irgendwann hatten wir einfach das Bedürfnis nach etwas mehr Ruhe.

Trotzdem gab es auf unserem Weg natürlich jede Menge zu entdecken.

🏰 Edinburgh, wie man es sich vorstellt

Zwischen all dem Festivaltrubel zeigte sich nämlich immer wieder dieses Edinburgh, das man von Bildern kennt.

Alte dunkle Fassaden, schmale Gassen, historische Pubs, Kirchtürme und hoch über allem das Edinburgh Castle.

Wir kamen an Brodie’s Tavern vorbei und entdeckten The Witchery, die Scotch Whisky Experience und natürlich The Hub mit seinem markanten Turm.

Und dann war da die Victoria Street mit ihrer geschwungenen Häuserzeile und den bunten Fassaden. Eine dieser Straßen, bei denen man automatisch stehen bleibt und die Kamera herausholt.

Selbst die ehrwürdigen Herren auf ihren Denkmälern waren vor Edinburghs Humor offenbar nicht sicher. Einer hatte kurzerhand ein Verkehrshütchen auf dem Kopf. 😂

Zwischendurch entdeckte Jens natürlich auch wieder ein Schmuckgeschäft.

Gestern in Glasgow hieß es beim Betreten der Argyll Arcade noch:

„Schatz, such dir bitte nichts aus.“

Heute war er offenbar großzügiger:

„Such dir was aus.“ 😂💍

Ich möchte an dieser Stelle nur festhalten, dass in den Schaufenstern durchaus Schmuckstücke lagen, bei denen diese Aussage finanziell interessante Folgen hätte haben können.

Ich habe mich benommen. 😇

🥤 Karma Cola und eine Erkenntnis

Irgendwann brauchten wir etwas zu trinken und probierten Karma Cola.

Die Dose sah vielversprechend aus.

Der Geschmack...

Nun ja.

Sagen wir einfach: Unser Karma muss wirklich schlecht gewesen sein. 😂🥴

Man muss schließlich nicht jede Urlaubsentdeckung mit nach Hause nehmen.

🌿 Raus aus dem Trubel

Irgendwann stand für uns fest: Wir wollten eine andere Seite von Edinburgh sehen.

Und das war eine richtig gute Entscheidung.

Wir entfernten uns langsam vom vollen Zentrum und plötzlich veränderte sich die Stadt.

Es wurde ruhiger.

Grüner.

Und genau das tat uns gut.

Unser Weg führte uns Richtung Dean Village und zum Water of Leith.

❤️ Eine völlig andere Seite von Edinburgh

Was für ein Kontrast.

Eben noch Menschenmassen, Straßenkünstler, Musik und Gedränge und plötzlich liefen wir am Wasser entlang.

Alte Häuser standen direkt am Fluss, kleine Brücken führten darüber hinweg und überall war Grün. Bäume spiegelten sich im Wasser, an manchen Stellen rauschte es über kleine Stufen und Wasserfälle und teilweise fühlte es sich überhaupt nicht mehr so an, als wären wir noch mitten in einer Großstadt.

Genau dieses Edinburgh gefiel uns.

Hier konnten wir wieder schauen, stehen bleiben und einfach laufen, ohne ständig jemandem ausweichen zu müssen.

Und dann fand Jens plötzlich etwas auf dem Boden:

einen Fünf Pfund Schein.

Natürlich freuten wir uns erst einmal über den unerwarteten Fund.

Später begegnete Jens einem obdachlosen Menschen und gab ihm genau diesen Fünfer weiter.

Gefunden, gefreut, weitergegeben.

Manchmal braucht eine kleine Geschichte gar nicht mehr Worte. ❤️

🖼️ Modern One, aber bitte erst Kaffee

Unser Spaziergang am Water of Leith führte uns schließlich zur Scottish National Gallery of Modern Art, Modern One.

Und bevor wir auch nur einen ernsthaften Gedanken an Kunst verschwendeten, gab es eine wichtige Entscheidung:

Pause. 😂

Die Füße meldeten sich inzwischen nämlich ziemlich deutlich.

Also gönnten wir uns erst einmal Kaffee und Kuchen. Wir mussten zwar etwas warten, aber das war uns in diesem Moment ziemlich egal. Hinsetzen, Cappuccino trinken, etwas Leckeres essen und einfach mal kurz nichts tun.

Herrlich.

Danach waren wir wieder bereit für Kultur.

🎨 Kunst oder kann das weg? 😄

Modern One war wieder so ein Museum, bei dem man nie genau weiß, was einen im nächsten Raum erwartet.

Gemälde, Skulpturen und Installationen, von schön über interessant bis zu:

Aha. 😂

Da gab es einen Stuhl mit einem ziemlich ungewöhnlichen Anhängsel, ein Telefon mit einem Hummer und Kunstwerke, bei denen wir durchaus ein bisschen länger überlegen mussten, was genau uns der Künstler wohl mitteilen wollte.

Aber genau das macht moderne Kunst ja auch spannend. Man muss nicht alles schön finden und man muss wahrscheinlich auch nicht alles verstehen.

Schon draußen begrüßte uns übrigens der große Schriftzug:

EVERYTHING IS GOING TO BE ALRIGHT.

Nach mehreren Stunden Edinburgh und inzwischen ziemlich müden Füßen nahmen wir das einfach mal als persönliche Zusage. 😂

🌼 Auf nach Stockbridge

Nach dem Museum hätten wir natürlich einfach zurückfahren können.

Haben wir aber nicht.

Wir beschlossen, noch weiter Richtung Stockbridge zu laufen.

Unsere Füße fanden diese Entscheidung vermutlich weniger überzeugend als wir. 😅

Aber der Weg war wunderschön.

Wir kamen durch The Dean, vorbei an alten Natursteinhäusern, kleinen Gärten, Rosen an Fassaden und immer wieder Gebäuden, bei denen man automatisch langsamer wird.

Edinburgh zeigte uns hier noch einmal eine ganz andere Seite.

Nicht monumental.

Nicht laut.

Einfach schön.

Und natürlich entdeckte ich zwischen all diesen beeindruckenden Gebäuden mein persönliches Fotomotiv:

ein Mauerblümchen. 🌼😂

Eine kleine gelbe Blüte, die sich direkt an einer Mauer ihren Platz gesucht hatte.

Andere fotografieren Schlösser.

Ich eben auch Blumen in Mauerritzen.

So hat jeder seine Prioritäten. 😄

🏡 Stockbridge und Circus Lane

Schließlich erreichten wir Stockbridge.

Und hier verstanden wir endgültig, warum uns dieser Teil Edinburghs empfohlen worden war.

Kleine Straßen, hübsche Häuser, Kopfsteinpflaster, Blumen vor den Türen und diese wunderbar ruhige Atmosphäre.

Natürlich durfte auch die Circus Lane nicht fehlen.

Keine riesige Sehenswürdigkeit, kein Eintritt, kein Spektakel. Einfach eine kleine, wunderschöne Straße mit alten Häusern und ganz viel Charme.

Genau unser Ding.

Wir machten noch ein paar Bilder, schauten uns um und dann war irgendwann auch wirklich Schluss.

Die Füße hatten gesprochen. 😂

🚶 Und jetzt noch zurück nach Waverley...

Nur mussten wir natürlich noch zum Bahnhof.

Also liefen wir wieder Richtung Edinburgh Waverley.

Noch einmal durch die Stadt, noch einmal Edinburgh anschauen und irgendwann endlich den Bahnhof erreichen.

Dort suchten wir unseren Zug nach Gorebridge heraus und dann hieß es nur noch:

Sitzen!

Der Zug war ziemlich voll. Zwei Plätze nebeneinander gab es nicht mehr, aber wir bekamen immerhin beide einen Sitzplatz, wenn auch getrennt voneinander.

Völlig egal.

Hauptsache sitzen. 😂

Dann ging es wieder hinaus aus Edinburgh und durch die schottische Landschaft zurück nach Gorebridge.

Auto einsammeln und zurück nach West Linton.

🍔 Abendessen im Hotel

Zurück im Hotel ruhten wir uns erst einmal ein bisschen aus.

Später gingen wir unten im Hotelrestaurant essen. Heute musste es auch nichts typisch Schottisches sein. Wir hatten einfach Lust auf Burger mit Fries.

Und die waren richtig lecker.

Nach diesem langen Tag genau das Richtige.

Aber natürlich konnten wir anschließend noch nicht einfach aufs Zimmer gehen.

Ein kleiner Abendspaziergang musste noch sein.

🏡 West Linton am Abend

Also liefen wir noch ein bisschen durch West Linton.

Und dieses kleine Dorf hat wirklich seinen ganz eigenen Charme.

Hübsche kleine Häuser, eine schöne Kirche, ruhige Straßen und ein liebevoll gestalteter Gedenkplatz. Abends lag über allem eine Ruhe, die nach unserem Tag im vollen Edinburgh fast schon unwirklich wirkte.

Hier ist wirklich nicht viel Halligalli.

Und genau das macht es schön.

Ich lese ja gerne Nora Roberts Romane. Und da muss bekanntlich regelmäßig irgendeine Frau ihr bisheriges Leben hinter sich lassen, weil sie vor irgendjemandem flieht und irgendwo neu anfangen muss.

Ich hätte da jetzt einen Vorschlag: West Linton. 😂

Hier würde ich mich verstecken.

Ein hübsches kleines Häuschen, ein Pub in der Nähe, schottische Landschaft vor der Tür und vermutlich würde mich niemand finden.

Wobei Jens natürlich mitkommen müsste. Sonst wäre das mit dem Neuanfang auch irgendwie blöd. 😂❤️

⭐ Fazit des Tages

Edinburgh war heute eigentlich zwei Städte.

Da war dieses laute, volle, verrückte Edinburgh im Festivalfieber. Straßenkünstler, Dudelsäcke, Artisten, Menschenmassen und überall etwas zu sehen.

Wer genau das liebt, sollte sich Edinburgh im August wahrscheinlich unbedingt einmal anschauen.

Und dann war da unser Edinburgh.

Das ruhigere.

Dean Village, der Water of Leith, Kaffee und Kuchen bei Modern One, moderne Kunst, Stockbridge, Circus Lane und ein kleines gelbes Mauerblümchen.

Genau diese Mischung hat den Tag für uns schön gemacht.

Wir mussten Edinburgh heute nicht komplett sehen.

Wir haben einfach unser Edinburgh gefunden.

Und am Abend wartete West Linton mit Ruhe, kleinen Häusern und Dorfleben auf uns.

Nach all dem Halligalli war das der perfekte Abschluss. ❤️🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿