Wenn der innere Antreiber schneller ist als das eigene Gefühl 🌿

Easy, Professor von Mumpitz und Frau Schmidt sind beisammen.

Nicht, weil etwas geklärt werden müsste.

Sondern weil ein Gedanke kurz hängen bleibt. Und keiner ihn sofort wegschiebt.

Easy

(nachdenklich)

„Mir ist aufgefallen, wie oft Menschen sich miteinander vergleichen. Ganz nebenbei. Fast automatisch.“

Professor von Mumpitz

(lächelt schief)

„Als wäre das Leben eine Art Schaufensterbummel. Man bleibt stehen, schaut rein und denkt: Aha. So müsste es also aussehen.“

Frau Schmidt

(leise)

„Und vergisst dabei, dass man nie sieht, wie es hinter dem Vorhang aussieht.“

Easy

„Man hört ja öfter, dass Vergleichen eigentlich Orientierung geben soll. Aber irgendwie scheint es bei vielen eher Druck zu erzeugen.“

Professor von Mumpitz

„Vielleicht, weil wir selten vergleichen, um uns zu beruhigen. Sondern um uns anzutreiben.“

Frau Schmidt

„Und der Antreiber klingt oft wie die eigene Stimme.“

Ein kurzer Moment Stille.

Easy

„Ich habe mal gelesen, dass dieser innere Antreiber gar nicht böse gemeint ist. Eher wie ein Schutzmechanismus.“

Professor von Mumpitz

„Eine innere Stimme mit Trillerpfeife. Sie will verhindern, dass man stehen bleibt.“

Frau Schmidt

„Oder dass man etwas verpasst.“

Easy

„Viele merken gar nicht, dass dieser Druck nicht von außen kommt. Nicht von Erwartungen anderer. Sondern aus dem eigenen Inneren.“

Professor von Mumpitz

„Man läuft einen Marathon, obwohl niemand die Startnummer verteilt hat.“

Frau Schmidt

„Und wundert sich, warum man müde ist.“

Easy

„Besonders stark scheint das zu werden, wenn man sieht, wie andere leben. Reisen, arbeiten, feiern, funktionieren.“

Professor von Mumpitz

„Highlight-Zusammenschnitte. Mit Filter.“

Frau Schmidt

„Und ohne die Pausen dazwischen.“

Easy

„Ich habe neulich den Gedanken gehört, dass Vergleiche selten fair sind. Weil man immer nur Ausschnitte sieht. Nie das Ganze.“

Professor von Mumpitz

„Man vergleicht sein eigenes Innenleben mit dem Außenauftritt anderer.“

Frau Schmidt

„Und fühlt sich dabei oft kleiner, als man ist.“

Ein leiser Atemzug.

Easy

„Manchmal frage ich mich, ob dieser innere Antreiber auch davon lebt, dass man sich an fremden Maßstäben orientiert.“

Professor von Mumpitz

„Fremde Lineale für ein sehr eigenes Leben.“

Frau Schmidt

„Dabei fühlen sich diese Maßstäbe oft gar nicht richtig an.“

Easy

„Und trotzdem hört man nicht sofort auf. Vielleicht, weil Anhalten Unsicherheit bedeutet.“

Professor von Mumpitz

„Wer stehen bleibt, muss spüren, wie es ihm wirklich geht.“

Frau Schmidt

„Und das kann leise sein. Oder unbequem.“

Easy

„Es gibt Psychologen, die sagen, dass Leistungsdruck auch ohne äußeren Zwang entstehen kann.“

Professor von Mumpitz

„Selbstbedienungstheke für Erwartungen.“

Frau Schmidt

„Mit sehr hohen Preisen.“

Easy

„Was ich daran tröstlich finde: Wenn der Druck von innen kommt, ist er nicht unbedingt ein Beweis dafür, dass man zu wenig ist.“

Professor von Mumpitz

„Vielleicht eher ein Zeichen dafür, dass man viel fühlt.“

Frau Schmidt

„Oder sehr aufmerksam ist.“

Ein Moment, in dem niemand etwas sagt.

Easy

„Vielleicht hilft es manchmal, sich diesen einen Satz einfach hinzustellen. Ohne ihn zu erklären.“

Professor von Mumpitz

(sanft)

„Andere leben andere Leben.“

Frau Schmidt

(nickt)

„Und das reicht.“

Der Satz bleibt im Raum.

Unkommentiert.

Unverändert.

✨ Vergleiche entstehen leise

✨ Der Antreiber meint es oft gut

✨ Andere leben andere Leben