Wenn der Lärm bleibt, obwohl das Jahr neu ist 🌿

Szene: Neujahrstag

Draußen liegt der Morgen nach der Nacht.

Reste von Rauch hängen noch in der Luft, irgendwo klirrt eine leere Flasche.

Es ist heller als gestern, aber nicht leicht.

Easy, Professor von Mumpitz und Frau Schmidt sitzen beisammen.

Nicht feierlich.

Eher gesammelt.

Easy

(nachdenklich)

„Neujahr fühlt sich heute schwer an. Nicht wegen Vorsätzen. Sondern wegen all der Nachrichten, die man liest.“

Professor von Mumpitz

(seufzt)

„Verletzte. Tote. Brände. Menschen, die helfen wollten und angegriffen wurden.“

Frau Schmidt

(leise)

„Und Familien, für die dieses Jahr ganz anders beginnt, als sie es sich je vorgestellt hätten.“

Easy

„Ich habe gelesen, dass viele Menschen die Gefahr in solchen Nächten unterschätzen. Nicht, weil sie nichts wissen. Sondern weil sie glauben, dass es sie nicht treffen wird.“

Professor von Mumpitz

„Dieses Gefühl von Unverwundbarkeit. Sehr beliebt. Sehr trügerisch.“

Frau Schmidt

„Vielleicht auch, weil es sich für einen Moment stark anfühlt.“

Easy

„Gerade wenn Alkohol im Spiel ist, scheint sich das zu verstärken. Man hört oft, dass Grenzen verschwimmen. Risiken kleiner wirken. Entscheidungen schneller fallen.“

Professor von Mumpitz

„Und das Denken langsamer wird.“

Frau Schmidt

„Man ist lauter, aber nicht klarer.“

Ein Moment Stille.

Easy

„Was mich besonders berührt, sind die Berichte über selbst gebaute Knaller. Ich habe gelesen, dass viele nicht begreifen, welche Kräfte sie da in den Händen halten.“

Professor von Mumpitz

„Neugier ohne Wissen ist kein Spiel.“

Frau Schmidt

„Und manchmal tödlich.“

Easy

„Dass junge Menschen dabei ihr Leben verlieren, fühlt sich so unnötig an. Als hätte niemand rechtzeitig gesagt: Halt.“

Professor von Mumpitz

„Oder als hätte niemand mehr zugehört.“

Frau Schmidt

„Vielleicht auch, weil Warnungen irgendwann nur noch wie Hintergrundrauschen wirken.“

Easy

„Und dann diese Angriffe auf Helfer. Sanitäter. Polizisten. Menschen, die kommen, um zu retten.“

Professor von Mumpitz

(ernst)

„Das ist keine Grenzüberschreitung. Das ist eine Linie, die nicht diskutierbar ist.“

Frau Schmidt

„Ich habe gehört, dass viele Helfer sagen, das Schwerste sei nicht die Arbeit. Sondern der Verlust von Respekt.“

Easy

„Manche erklären sich das mit Überforderung. Mit Wut, die keinen Adressaten findet.“

Professor von Mumpitz

„Aber Verständnis ist keine Entschuldigung.“

Frau Schmidt

„Nein. Gewalt gegen Helfer bleibt Gewalt.“

Ein tiefer Atemzug.

Easy

„Ich frage mich, ob diese Nächte für manche weniger ein Fest sind als ein Ventil. Für Frust, Druck, angestaute Gefühle.“

Professor von Mumpitz

„Ein Ventil ohne Sicherung. Ohne Rücksicht.“

Frau Schmidt

„Und ohne Blick für die, die danach die Scherben aufsammeln. Sichtbar und unsichtbar.“

Easy

„Ich habe gelesen, dass viele Verletzungen und Todesfälle vermeidbar gewesen wären. Nicht durch Verbote allein. Sondern durch Bewusstsein.“

Professor von Mumpitz

„Durch einen Moment mehr Nachdenken.“

Frau Schmidt

„Oder durch jemanden, der sagt: Lass es.“

Easy

„Vielleicht beginnt ein neues Jahr nicht mit Feuerwerk. Sondern mit der Frage: Wen gefährde ich gerade?“

Professor von Mumpitz

„Und: Wer zahlt den Preis für meinen kurzen Kick.“

Frau Schmidt

„Mitgefühl ist leise. Aber es trägt weiter als jeder Knall.“

Die drei sitzen noch eine Weile da.

Der Rauch draußen verzieht sich langsam.

Nicht alles ist gut.

Aber manches ist klarer.

✨ Leichtsinn hat Gründe

✨ Gewalt gegen Helfer ist keine Meinung

✨ Nachdenken ist kein Verlust von Freiheit