Wenn Dagegen sein lauter ist als Zuhören 🌿

Easy, Professor von Mumpitz und Frau Schmidt sitzen wieder einmal beisammen.

Nicht, weil etwas beschlossen werden müsste.

Sondern weil Gedanken manchmal Gesellschaft brauchen.

Easy

(nachdenklich)

„Mir fällt auf, dass es Menschen gibt, die bei fast allem erst einmal dagegen sind. Egal worum es geht.“

Professor von Mumpitz

(lehnt sich zurück)

„Ein reflexartiges Nein. Sehr energieeffizient. Man muss sich nicht mit dem Inhalt beschäftigen.“

Frau Schmidt

(leise)

„Und man bleibt auf Abstand.“

Easy

„Ich habe öfter gelesen, dass dieses ständige Dagegensein gar nicht so viel mit Meinung zu tun hat.“

Professor von Mumpitz

„Sondern mit Haltung.“

Frau Schmidt

„Oder mit Schutz.“

Ein kurzer Moment Stille.

Easy

„Manche reagieren mit Sarkasmus, bevor überhaupt ein echtes Gespräch entstehen kann. Als wäre das Lächeln schon vorbereitet.“

Professor von Mumpitz

„Sarkasmus ist wie Konfetti. Sieht locker aus, piekst aber manchmal ganz schön.“

Frau Schmidt

„Und oft merkt der, der wirft, gar nicht, dass es weh tut.“

Easy

„Ich habe den Gedanken spannend gefunden, dass Menschen, die häufig Fehler bei anderen suchen, sich selbst dadurch ein bisschen entlasten.“

Professor von Mumpitz

„Wenn ich dein Stolpern beleuchte, muss ich mein eigenes Gleichgewicht nicht prüfen.“

Frau Schmidt

„Und ich muss mir keine Fragen stellen.“

Easy

„Dieses Bloßstellen oder Lächerlichmachen wirkt nach außen manchmal souverän. Aber ich habe gelesen, dass es innerlich oft etwas anderes ist.“

Professor von Mumpitz

„Unsicherheit mit schicker Verpackung.“

Frau Schmidt

„Oder Angst, nicht ernst genommen zu werden.“

Easy

„Es gibt ja Menschen, die sagen später: Ich habe doch nur Spaß gemacht. Oder: Man wird ja wohl noch was sagen dürfen.“

Professor von Mumpitz

„Sätze mit eingebautem Rückzugsfallschirm.“

Frau Schmidt

„Aber für die anderen fühlt es sich oft nicht wie Spaß an.“

Ein leises Atmen im Raum.

Easy

„Ich habe gehört, dass solche Muster manchmal entstehen, wenn jemand gelernt hat, dass Nähe riskant ist.“

Professor von Mumpitz

„Wer alles ironisiert, bleibt ungreifbar.“

Frau Schmidt

„Und wer ungreifbar bleibt, kann nicht verletzt werden.“

Easy

„Das Schwierige ist: Für das Gegenüber entsteht mit der Zeit das Gefühl, nie richtig zu sein. Nie klug genug. Nie tief genug.“

Professor von Mumpitz

„Und irgendwann spart man sich das Erzählen.“

Frau Schmidt

„Oder man geht innerlich einen Schritt zurück.“

Easy

„Ich habe auch gelesen, dass Menschen mit dieser Art von Kommunikation oft überrascht sind, wenn Beziehungen leiser werden oder abbrechen.“

Professor von Mumpitz

„Weil sie dachten, sie seien einfach ehrlich.“

Frau Schmidt

„Und nicht bemerkt haben, wie kalt Ehrlichkeit ohne Wärme sein kann.“

Easy

„Dabei geht es ja nicht darum, immer einer Meinung zu sein. Unterschiede sind wichtig.“

Professor von Mumpitz

„Aber Unterschied ist nicht gleich Abwertung.“

Frau Schmidt

„Man kann anderer Ansicht sein und trotzdem verbunden bleiben.“

Easy

„Vielleicht ist dieses ständige Dagegensein manchmal auch ein Versuch, gesehen zu werden.“

Professor von Mumpitz

„Ein sehr lauter Versuch.“

Frau Schmidt

„Und ein sehr anstrengender.“

Ein Moment, in dem niemand spricht.

Easy

„Nicht jeder, der sarkastisch ist, meint es böse. Aber nicht jeder merkt, was das auf Dauer macht.“

Professor von Mumpitz

„Nähe braucht Mut.“

Frau Schmidt

„Und manchmal auch den Mut, sich selbst zu hinterfragen.“

Easy

„Vielleicht ist das ein Gedanke, den man mitnehmen kann. Nicht um zu urteilen. Sondern um zu verstehen.“

Professor von Mumpitz

„Verstehen ist leiser als Recht haben.“

Frau Schmidt

(lächelt sanft)

„Und oft der Anfang von etwas Echtem.“

✨ Widerstand hat Gründe

✨ Sarkasmus ist nicht immer Stärke

✨ Nähe entsteht dort, wo Zuhören möglich bleibt