Die drei sitzen beisammen.
Kein besonderer Anlass. Kein großes Thema.
Nur dieser Moment, in dem etwas unausgesprochen im Raum hängt.
Easy hat die Hände um ihre Tasse gelegt.
Sie sagt erst einmal nichts.
Professor von Mumpitz
(schaut aus dem Fenster)
„Mir ist heute etwas aufgefallen.
Nicht laut. Eher so… zwischen zwei Sätzen.“
Frau Schmidt
(leise)
„Die Dinge zwischen zwei Sätzen sind oft die wichtigsten.“
Easy nickt.
Easy
„Ich habe in letzter Zeit öfter gehört, dass Menschen sagen:
Man müsse Gedanken umlenken. Positiv denken. Den Fokus ändern.“
Der Professor zieht die Augenbrauen hoch.
Professor von Mumpitz
„Klingt erstmal vernünftig.
Fast wie ein Werkzeugkasten.“
Frau Schmidt
„Werkzeuge sind gut.
Aber nicht jedes Werkzeug passt zu jeder Wunde.“
Ein Moment Stille.
Easy
„Was mich beschäftigt:
Manchmal kommt dieser Impuls sehr schnell.
Noch bevor jemand überhaupt sagen durfte, wie es ihm geht.“
Professor von Mumpitz
„So, als würde man das Fenster öffnen, bevor der Raum betreten wurde.“
Frau Schmidt
„Oder das Pflaster kleben, bevor man hingeschaut hat.“
Easy atmet ruhig weiter.
Easy
„Ich habe gelesen, dass Vergleiche dabei eine große Rolle spielen.
Nicht böse gemeint. Eher tröstend gedacht.“
Professor von Mumpitz
„Andere haben es schlimmer.
Andere schaffen mehr.
Andere halten mehr aus.“
Frau Schmidt
(sanft)
„Und plötzlich fühlt sich das eigene Gefühl zu groß an.
Oder zu klein.
Oder irgendwie… falsch.“
Easy nickt.
Easy
„Dabei ist Schmerz kein Maßband.
Trauer keine Tabelle.
Wut kein Wettkampf.“
Der Professor lehnt sich zurück.
Professor von Mumpitz
„Vergleiche sollen helfen, relativieren aber oft das, was gerade da ist.“
Frau Schmidt
„Und das, was da ist, möchte manchmal einfach nur gesehen werden.“
Ein leiser Moment.
Easy
„Ich glaube, viele meinen es gut.
Sie wollen Hoffnung geben.
Oder Mut.
Oder ein Gegengewicht.“
Professor von Mumpitz
„Manchmal auch sich selbst beruhigen.“
Frau Schmidt
„Weil es schwer ist, neben jemandem zu sitzen, dem es gerade nicht gut geht.“
Easy schaut kurz auf ihre Hände.
Easy
„Es gibt einen Unterschied zwischen Ablenken und Wegdrücken.
Zwischen Umlenken und Übergehen.“
Der Professor lächelt schief.
Professor von Mumpitz
„Ablenkung kann ein Atemholen sein.
Verdrängung eher ein Festhalten der Luft.“
Frau Schmidt
„Und beides sieht von außen manchmal gleich aus.“
Easy hebt den Blick.
Easy
„Ich habe gelesen, dass Gefühle sich oft beruhigen,
wenn sie nicht sofort repariert werden.“
Der Professor hebt einen Finger.
Professor von Mumpitz
„Nicht reparieren.
Begleiten.“
Frau Schmidt
„Nicht erklären.
Dasein.“
Ein stilles Nicken zwischen ihnen.
Easy
„Positiv denken ist nicht falsch.
Aber es ist kein Pflaster für jeden Moment.“
Professor von Mumpitz
„Manchmal ist ein Gedanke erst dann leicht,
wenn das Gefühl schwer sein durfte.“
Frau Schmidt
(leise, warm)
„Und manchmal reicht ein Ohr.
Ohne Richtung.
Ohne Lösung.“
Niemand sagt mehr etwas.
Der Gedanke darf liegen bleiben.
✨ Positivität kann tragen
✨ Vergleiche können verletzen
✨ Nicht jedes Gefühl will verändert werden
Und vielleicht ist das genug.