Zwischen Gesagtem und Gemeintem

✨ Zwischen Gesagtem und Gemeintem

Easy, Professor von Mumpitz und Frau Schmidt sitzen beisammen.

Der Tee ist noch warm, draußen ist es still. Niemand hat es eilig.

Easy

(schaut in ihre Tasse)

„Mir ist neulich etwas aufgefallen. Wie oft Menschen sagen: Ach, ich brauche nichts. Und innerlich trotzdem etwas hoffen.“

Professor von Mumpitz

(neigt den Kopf)

„So eine Art innerer Wunsch mit Tarnkappe.“

Frau Schmidt

(leise)

„Ein Wunsch, der sich nicht traut, laut zu sein.“

Easy

„Man hört das überall. Nein, nein, macht euch keine Mühe. Und gleichzeitig denkt ein Teil: Aber ein kleines Zeichen wäre schon schön.“

Professor von Mumpitz

„Ein bisschen wie: Ich sage nein und meine vielleicht.“

Frau Schmidt

„Oder: Ich sage nein, weil ich niemandem zur Last fallen will.“

Easy

„Ich habe gelesen, dass viele Menschen ihre Erwartungen nicht aussprechen, weil sie Angst haben, enttäuscht zu werden.“

Professor von Mumpitz

„Oder abgelehnt.“

Frau Schmidt

„Oder als anspruchsvoll zu gelten.“

Easy

„Dann wird aus einem Wunsch etwas Unsichtbares. Und aus dem Unsichtbaren später Enttäuschung.“

Professor von Mumpitz

„Ein Missverständnis mit Anlauf.“

Frau Schmidt

„Dabei wollte eigentlich niemand etwas Böses.“

Easy

„Manchmal entsteht da ein seltsames Spiel. Einer sagt: Ich brauche nichts. Der andere glaubt es. Und am Ende sind beide verwirrt.“

Professor von Mumpitz

„Der eine denkt: Ich habe mich doch zurückgehalten.

Der andere: Ich wurde nicht gesehen.“

Frau Schmidt

„Und beide fühlen sich ein bisschen allein damit.“

Easy

„Ich glaube, viele Menschen verwechseln Bescheidenheit mit Klarheit.“

Professor von Mumpitz

„Bescheiden klingt nett. Klarheit fühlt sich manchmal unbequem an.“

Frau Schmidt

„Aber sie erspart viel Schweigen.“

Easy

„Manche hoffen insgeheim, dass andere ihre Gedanken erraten.“

Professor von Mumpitz

„Gedankenlesen als Liebesbeweis.“

Frau Schmidt

(schmunzelt)

„Das ist ein hoher Anspruch.“

Easy

„Ich habe den Gedanken gelesen, dass Erwartungen leichter werden, wenn man sie teilt. Nicht als Forderung. Sondern als Einladung.“

Professor von Mumpitz

„So wie: Das würde mir guttun. Aber du musst nicht.“

Frau Schmidt

„Das klingt weich. Und ehrlich.“

Easy

„Vielleicht geht es gar nicht darum, immer alles richtig zu machen. Sondern darum, sich gegenseitig nicht raten zu lassen.“

Professor von Mumpitz

„Weniger Rätsel. Mehr Worte.“

Frau Schmidt

„Mehr Mut zum Sagen, was man fühlt.“

Ein Moment Stille.

Der Tee dampft noch leicht.

Easy

„Manchmal reicht schon das.“

✨ Erwartungen dürfen ausgesprochen werden

✨ Klarheit schützt vor stiller Enttäuschung

✨ Niemand kann Gedanken lesen