✨ Wenn der Körper leise um Pause bittet
Professor von Mumpitz, Easy und Frau Schmidt sitzen beisammen.
Auf dem Tisch liegen noch ein paar Zeitungen, übereinander, als hätte sie jemand nach dem Frühstück einfach liegen lassen.
Dazwischen steht eine Tasse, halb leer, halb kalt.
Professor von Mumpitz
(blättert, bleibt hängen)
„Ich bin eben über etwas gestolpert. Nicht, weil es laut war. Eher, weil es so still war.“
Easy
schaut auf
„Was meinst du?“
Professor von Mumpitz
„Es ging um Menschen, die auftauchen, obwohl in ihnen eigentlich alles nach Ruhe ruft.“
Frau Schmidt
leise
„Die trotzdem da sind.“
Easy
„Man hört ja oft, dass das als stark gilt. Als zuverlässig. Als besonders engagiert.“
Professor von Mumpitz
„Als: Auf mich kann man sich verlassen.“
Frau Schmidt
„Manchmal auch als: Ich lasse niemanden hängen.“
Ein kurzer Moment.
Easy
„Ich habe neulich gelesen, dass viele das gar nicht bewusst entscheiden. Es fühlt sich eher an wie ein inneres Muss. Wie ein unsichtbarer Vertrag mit sich selbst.“
Professor von Mumpitz
„Ein Vertrag ohne Kündigungsfrist.“
Frau Schmidt
„Und ohne Pausenregel.“
Easy
„Sätze wie: Jetzt nicht. Später vielleicht. Oder: Das halte ich noch aus.“
Professor von Mumpitz
„Bis aus noch ein bisschen irgendwann zu viel wird.“
Frau Schmidt
„Und man es gar nicht merkt.“
Easy
„Interessant fand ich auch, dass viele glauben, sie würden helfen, wenn sie trotzdem kommen. Dem Team. Der Arbeit. Der Situation.“
Professor von Mumpitz
„Dabei sind sie oft nur halb da.“
Frau Schmidt
„Mit dem Körper anwesend. Mit der Kraft woanders.“
Easy
„Man ist langsamer. Dünnhäutiger. Unkonzentrierter. Und denkt trotzdem: Ich funktioniere doch.“
Professor von Mumpitz
„Wie ein Handy mit fünf Prozent Akku, das noch tapfer blinkt.“
Frau Schmidt
„Und jeden Moment ausgehen kann.“
Easy
„Und dann gibt es noch etwas, worüber kaum jemand spricht. Das, was man ungewollt mitbringt.“
Professor von Mumpitz
„Diese unsichtbaren Mitreisenden.“
Frau Schmidt
„Die man nicht einladen wollte.“
Easy
„Man meint es gut. Und merkt nicht, dass man andere mit hineinzieht.“
Ein leises Nicken.
Professor von Mumpitz
„Ich habe gelesen, dass in vielen Köpfen Erholung immer noch wie ein Luxus wirkt. Nicht wie etwas Notwendiges.“
Frau Schmidt
„Wie etwas, das man sich verdienen muss.“
Easy
„Und nicht wie etwas, das man braucht, um überhaupt gut da zu sein.“
Professor von Mumpitz
„Durchhalten klingt heroisch. Ausruhen eher verdächtig.“
Frau Schmidt
„Dabei ist beides menschlich.“
Easy
„Was mich berührt hat: Viele merken erst sehr spät, wie oft sie sich selbst übergangen haben. Nicht einmal. Immer wieder.“
Professor von Mumpitz
„Weil Funktionieren schneller Applaus bekommt.“
Frau Schmidt
„Und Müdigkeit keinen.“
Easy
„Und viele haben innerlich gar nicht das Gefühl, wirklich wählen zu dürfen. Rational vielleicht. Emotional nicht.“
Professor von Mumpitz
„Als wäre Pause gleich Versagen.“
Frau Schmidt
„Oder Untreue gegenüber allem, was wichtig ist.“
Easy
„Dabei ist ein Körper kein Projekt. Und Erschöpfung kein Makel.“
Professor von Mumpitz
„Das müsste man eigentlich öfter laut denken.“
Frau Schmidt
„Ganz leise würde auch reichen.“
Ein Moment Stille.
Easy
„Vielleicht geht es am Ende gar nicht darum, wer auftaucht und wer nicht. Sondern darum, ob man sich selbst erlaubt, auch mal nicht zu müssen.“
Professor von Mumpitz
„Eine Frage von Kultur.“
Frau Schmidt
„Und von Freundlichkeit mit sich selbst.“
Niemand sagt etwas.
Der Gedanke darf bleiben.
✨ Durchhalten wirkt stark
✨ Pausen wirken leise
✨ Sich selbst ernst nehmen ist kein Luxus