Easy, Professor von Mumpitz und Frau Schmidt sitzen beisammen.
Draußen ist es ruhig, nur ein paar Schritte auf dem Gehweg, die vorbeiziehen und wieder verschwinden.
Easy
(streicht über den Tassenrand)
„Ich habe neulich etwas gelesen, das mich nicht ganz loslässt.
Dass viele Menschen denken, sie müssten alles alleine schaffen.“
Professor von Mumpitz
zieht die Stirn leicht kraus
„Das klingt vertraut.“
Frau Schmidt
leise
„Vielleicht, weil es vielen so geht.“
Ein kurzer Moment.
Professor von Mumpitz
„Ich hatte das auch schon.
Dieses Gefühl, dass man erst alles selbst sortieren muss, bevor man jemanden dazuholt.“
Easy
nickt
„Als müsste man es erst „richtig machen“, bevor man es teilen darf.“
Frau Schmidt
„Oder als dürfte man andere nicht belasten.“
Professor von Mumpitz
schmunzelt leicht
„Dabei sind wir oft viel strenger mit uns als mit allen anderen.“
Easy
„Ich habe gelesen, dass viele suchen.
Aber nicht immer finden, was sich richtig anfühlt.“
Frau Schmidt
„Und dass das auch müde machen kann.“
Professor von Mumpitz
„Wenn man klopft und niemand öffnet.
Oder wenn man nicht weiß, an welche Tür man überhaupt klopfen soll.“
Ein leiser Moment.
Easy
„Und manchmal kommt noch etwas dazu.
Dass selbst dann, wenn sich eine Tür zeigt, es nicht leicht ist, wirklich hindurchzugehen.“
Frau Schmidt
hebt den Blick
„Weil dahinter etwas Unbekanntes wartet.“
Professor von Mumpitz
„Oder weil man noch nicht ganz bereit ist, das, was man trägt, wirklich anzuschauen.“
Easy
„Ich habe gelesen, dass beides gleichzeitig da sein kann.
Der Wunsch nach Unterstützung
und der Wunsch, alles doch noch irgendwie alleine zu schaffen.“
Frau Schmidt
„Zwei Richtungen im selben Herzen.“
Ein ruhiges Nicken.
Professor von Mumpitz
„Vielleicht ist es kein Entweder-oder.
Sondern ein langsames Annähern.“
Easy
„Und kein gerader Weg.“
Frau Schmidt
„Eher kleine Schritte.
In eigenem Tempo.“
Easy
„Was mich beschäftigt:
Manchmal denkt man, man ist allein mit dem, was da ist.
Und merkt gar nicht, wie viele ähnliche Gedanken irgendwo parallel unterwegs sind.“
Frau Schmidt
„Nur eben still.“
Professor von Mumpitz
„Und jeder glaubt, er sei der Einzige.“
Easy
„Vielleicht ist es gar nicht so, dass es keine Wege gibt.
Man sieht sie nur nicht immer sofort.“
Frau Schmidt
„Oder nicht alleine.“
Ein ruhiger Moment.
Professor von Mumpitz
„Ich finde den Gedanken beruhigend,
dass man nicht alles selbst tragen muss.“
Easy
„Und dass es kein Zeichen von Schwäche ist,
wenn man merkt, dass es zu viel wird.“
Frau Schmidt
(sanft)
„Und vielleicht gehört auch dazu,
sich selbst irgendwann ein kleines Stück entgegenzukommen.“
Ein langer, leiser Moment.
Niemand sagt etwas.
Der Gedanke bleibt einfach da.
✨ Man muss nicht alles alleine schaffen
✨ Wege zeigen sich manchmal langsam
✨ Und jeder Schritt darf im eigenen Tempo gehen